Wie erwartet war die Anhalt-Arena in Dessau beim Weihnachtsspiel und Ostduell sehr gut gefüllt. Auch ca. 200 Fans aus Dresden begleiteten ihr Team zum letzten Spiel der Hinrunde. Beide Mannschaften hatten in der bisherigen Saison mehrfach bewiesen, dass sie zum Spitzenbereich der 2. Liga gehören, was das Duell zusätzlich reizvoll machte. Bei den Dresdnern fehlte krankheitsbedingt Kreisspieler Oliver Seidler.
Dessau erwischte den besseren Start und führte nach vier Minuten mit 4:1. Die Gäste glichen jedoch schnell zum 4:4 aus und waren vor allem nach Ballgewinnen mit ihrem Tempospiel erfolgreich. Die Spielmacher Sebastian Greß (Dresden) und Fritz-Leon Haake (Dessau) prägten zunächst das Geschehen. Ein paar leichte Ballverluste zu viel der Dresdner ermöglichten den Hausherren in der Anfangsviertelstunde einige einfache Tore. Bis zum 10:10 blieb die Partie so ausgeglichen.
In der 20. Minute setzten sich die Dresdner erstmals auf 3 Tore (10:13) ab. Starke Paraden von Keeper Robin Cantegrel bildeten die Grundlage für schnelle Gegentreffer. Beim Stand von 12:14 nahm der Dessauer Trainer Vanja Radić in Minute 23 eine Auszeit. Danach glichen die Hausherren schnell zum 14:14 aus. Kurz vor der Pause zog Dresden erneut auf drei Tore davon (16:19). In Überzahl nahm André Haber 70 Sekunden vor dem Pausenpfiff noch einmal eine Auszeit. Der HC Elbflorenz erhöhte auf 16:20 und verpasste dann sogar das 16:21, da Dessaus Keeper Philip Ambrosius mit einer Parade den größeren Rückstand verhinderte.
Nach 30 Minuten überzeugte der HC Elbflorenz erneut im Angriff, insbesondere im Tempo- und Überzahlspiel. Dessau hielt offensiv gut mit, fand defensiv jedoch kaum Mittel gegen das Tempospiel der Sachsen.
Die Dresdner begannen die zweite Halbzeit in Überzahl und Ballbesitz und nutzten dies bereits nach 20 Sekunden durch Ediz Aktas zum 16:21. Nach zwei starken Paraden von Robin Cantegrel, der dem DRHV unter anderem einen Strafwurf abkaufte, erhöhte der HC Elbflorenz auf 17:22 und führte wenig später erstmals mit sechs Treffern (17:23). In dieser Phase nahmen die Dresdner bewusst etwas Tempo aus dem Spiel, blieben jedoch auch im Positionsangriff souverän.
Beim Stand von 22:27 hatten die Gäste weiterhin alles im Griff, während Dessau in doppelte Unterzahl kam. Nach zwei unkonzentrierten Aktionen nutzten die Hausherren ihre dritte Chance zum 22:28. In der 45. Minute hatte der dann HC Elbflorenz bereits 30 Treffer erzielt. Als Dresden beim 24:31 weiter erhöhte, sah sich DRHV-Trainer Radić zu seiner zweiten Auszeit gezwungen. Kurz darauf nahm er beim gleichen Spielstand auch seine letzte Auszeit, da seinem Team offensiv zu wenig einfiel. Anschließend stellten die Sachsen-Anhaltiner in der Defensive auf eine 3:3-Deckung um. Doch auch darauf fanden die Dresdner Antworten und bauten ihren Vorsprung weiter aus. In der 54. Minute führte der HC Elbflorenz erstmals mit zehn Toren. Eine Aktion davor hatte der stark aufspielende Doruk Pehlivan (9 Tore) einen Konter per Rückhandwurf abgeschlossen, während die Dresdner Fans lautstark „Hier regiert der HCE“ skandierten. Beim 30:38 nahm André Haber noch einmal eine Auszeit und forderte sein Team auf, bis zum Ende durchzuziehen.
In der 2. Halbzeit verhinderte Dessaus Keeper Janik Patzwald mit mehreren Paraden eine noch höhere Niederlage seiner Mannschaft. Auch eine Manndeckung der Gastgeber brachte keinen Erfolg, stattdessen erzielten die Dresdner weitere Tore. Am Ende gewann Dresden das Ostduell unerwartet klar mit 34:42. Für die Dessauer war es die dritte Niederlage in Serie. Mit diesen drei verlorenen Partien haben die Sachsen-Anhaltiner zunächst mal den Anschluss an die Spitzengruppe etwas verloren.
Fazit: Die auch mit gesundheitlichen und Verletzungsproblemen zu kämpfen habenden Dessauer machte keine schlechte Partie, fielen aber in der 2. Halbzeit, trotz starker Unterstützung von den Rängen, zu stark ab. Trotzdem überrascht dieser klare und souveräne Sieg im Ostduell. Nach dem Spiel feierten die Dresdner ihren souveränen Sieg gemeinsam mit den zahlreichen mitgereisten Fans, die das Team über 60 Minuten hinweg grandios unterstützt hatten. Zugleich baute der HC Elbflorenz seine beeindruckende Serie weiter aus: Nach dem Ostduell ist der HC Elbflorenz unglaubliche 15 Spiele in Folge ungeschlagen. Der Sieg beim heimstarken Team aus Sachsen-Anhalt – Dessau hatte zuvor erst eine Partie in eigener Halle verloren – setzte ein deutliches Ausrufezeichen und so geht diese Rückrunde mit sehr starken 28:6 in die Geschichtsbücher des HC Elbflorenz ein. Auch HC-Historie: Die Sachsen hatten vier Partien in denen sie dem Gegner mehr als 40 Tore „einschenkten“.
Letztendlich war es vom HC Elbflorenz, wie oft in dieser Saison, wieder eine starke Mannschaftsleistung. Nach dem Spiel war unabhängig von anderen Ergebnissen klar, der HC Elbflorenz wird auf einem Spitzenplatz in die „Winterpause“ gehen.
Tore: Mallwitz/Cantegrel (beide Tor), Norberg 2, Dierberg 5/4, Pehlivan 9, Preußner 2, Stavast , Greß 6, Stoyke, Dutschke 1, Thümmler 4, Löser 6, Voß 6, Aktas 1
Cheftrainer André Haber sagte nach der Partie: „Ich freue mich riesig. Wir hatten keinen einfachen Start, dann aber vor und nach der Halbzeit jeweils eine gute Phase. Ich bin stolz darauf, dass wir es so gespielt haben, wie wir es gespielt haben. Man muss auch klar festhalten, wir konnten besser wechseln als der Gegner und das hat das Spiel mit entschieden. Die Fanunterstützung durch unseren Anhang war heute fantastisch. Das war heute ein wichtiger Faktor, gerne mehr davon. Trotz des Flows, den wir gerade haben, brauchen viele die Pause und alle im Team und um das Team herum, haben sich diese Pause nach dieser starken Hinserie auch verdient.“
Text: Wolfram Wegehaupt


