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Ausfall des Kapitäns macht Aufgabe für HCOB nicht leichter

von HC Oppenweiler/Backnang
12. Februar 2026
in 2. Bundesliga Männer
Ausfall des Kapitäns macht Aufgabe für HCOB nicht leichter

Jan Forstbauer - Foto: Alexander Becher

Der HC Oppenweiler/Backnang steht in der zweiten Handball-Bundesliga vor einer schweren Aufgabe beim HSC 2000 Coburg. Die Aufgabe beim ehemaligen Erstligisten wird durch den Ausfall von Kapitän Jan Forstbauer, für den die Saison aufgrund eines Kreuzbandrisses vorzeitig beendet ist, nicht einfacher. Anwurf ist am Samstag um 19:30 Uhr in der HUK-COBURG arena Coburg, die über 3500 Zuschauer fasst.

Der Auftakt in die Rückrunde verlief nicht wie erhofft: Gegen den TV 05/07 Hüttenberg gab es am vergangenen Wochenende eine klare Niederlage. Acht Tore Unterschied täuschten am Ende darüber hinweg, dass einige Minuten vor Spielende eine Chance auf die Wende bestand. Aber zugleich sind acht Tore ein deutliches Zeichen dafür, wie hoch die Trauben für den Aufsteiger gegen etablierte Zweitligisten weiterhin hängen.

Für Trainer Rui Silva war es das erste Spiel auf der Bank des HC Oppenweiler/Backnang. Beim Rückblick haben ihn zwei Aspekte beschäftigt. Das eine war die Abwehr. „Es gab Phasen, in denen die Struktur stimmte und die Mannschaft Disziplin und Kampfbereitschaft zeigte. Aber wir müssen in Zweikampfsituationen intensiver sein. Auf diesem Niveau machen kleine Details in körperlichen Duellen einen großen Unterschied.“ Thema zwei war das Umschaltspiel. Dieses war in beiden Richtungen „nicht auf dem Niveau, das wir brauchen“. So sei es schwierig, den Spielrhythmus zu kontrollieren. Für Rui Silva ist klar: „Das ist ein Bereich, den wir sofort verbessern müssen.“ Positiv bewertete er den Glauben des Teams. „Wir sind 53 Minuten im Spiel geblieben und haben uns durch Widrigkeiten gekämpft.“ Auf diese Mentalität lasse sich aufbauen, allerdings müsse sie konstanter bis zum Schlusspfiff gezeigt werden.

Weil mit dem TuS Ferndorf und TuSEM Essen am vergangenen Wochenende zwei Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel siegten – wobei im Falle Ferndorfs aufgrund der Tatsache, dass die Siegerländer gegen den Vorletzten HSG Krefeld Niederrhein spielten, klar war, dass ein Rivale punktet –, ist der Rückstand des HCOB auf einen Nichtabstiegsrang weiter angewachsen. Ein Blick auf die Konkurrenz hilft aber nur am Rande weiter, denn Fakt ist: Will der HCOB eine Chance auf den Ligaverbleib haben, muss er selbst beginnen, Spiele zu gewinnen.

Nicht leichter wird diese Aufgabe durch das verletzungsbedingte Ausscheiden von Kapitän Jan Forstbauer. Er blieb nach einem Foulspiel eines Hüttenberger Abwehrspielers mit einer Knieverletzung am Boden liegen. Wer zunächst auf eine kurze Ausfallzeit des bundesligaerfahrenen Rückraumspielers gehofft hatte, wurde – als der medizinische Befund der tiefergehenden Untersuchungen vorlag – erneut enttäuscht. Der 33-Jährige hat sich eine Kreuzbandverletzung zugezogen. Eine solche bringt eine monatelange Ausfallzeit mit sich und an weitere Einsätze in dieser Saison ist nicht zu denken. „Jans Verletzung ist natürlich sehr schwer für uns. Als Kapitän ist er eine wichtige Persönlichkeit für das Team, sowohl auf als auch außerhalb des Spielfelds“, sagt Trainer Rui Silva, der sich aber von der Reaktion des Spielers beeindruckt zeigt: „Er geht mit dieser Situation mit Stärke und Reife um. Das sagt viel über ihn als Person und als Führungsspieler aus.“ Deshalb werde Jan Forstbauer weiter Teil des Teams sein. „Seine Energie und seine Führungsqualitäten werden im Team weiterleben. Jetzt liegt es an uns, dies auf dem Platz weiterzuführen.“ Im rechten Rückraum ist Malte Dederding, während der Saison von den Wölfen Würzburg gekommen, der verbliebene Linkshänder. Nach Hin- und Rückspiel lässt sich zusammenfassen: Für den HCOB sind Begegnungen mit dem TV 05/07 Hüttenberg in jeder Hinsicht nicht vergnügungssteuerpflichtig. Im ersten Duell hatte sich Kreisläufer Ruben Sousa eine Verletzung zugezogen, die ihn lange zum Zusehen verdonnert hatte.

Nun führte die für Zweitligaverhältnisse kurze Reise in den Norden Bayerns, nach Oberfranken. Der HSC 2000 Coburg verfolgt das mittelfristige Ziel, wieder in die erste Bundesliga aufzusteigen. In den Spielzeiten 2016/2017 und 2020/2021 war der Verein bereits in der besten Liga der Welt vertreten. Anfang dieses Jahres wurde der Vertrag mit Trainer Anel Mahmutefendic verlängert, der die Mannschaft seit 2024 trainiert. Aktuell weist die Mannschaft 20:16 Punkte auf, was einen Platz im vorderen Mittelfeld der Tabelle bedeutet. Zum Auftakt des neuen Jahres verlor der HSC 2000 Coburg knapp beim VfL Eintracht Hagen. Dabei mussten die Oberfranken die Verletzung eines wichtigen Spielers hinnehmen. Rückraumspieler Mikael Helmersson, der unlängst mit Italien bei der Europameisterschaft im Einsatz war, zog sich einen Faserriss in der Bauchmuskulatur zu. Coburgs erfolgreichster Torwerfer wird einige Wochen aussetzen müssen. An der Favoritenrolle der Hausherren ändert sich dadurch allerdings nichts, auch weil der HSC 2000 Coburg über einen tiefen Kader verfügt. Auf Helmerssons Position spielt beispielsweise auch Janis Valkovskis, der sich aufgrund seiner starken Leistungen für die kommende Runde einen Bundesligavertrag beim TBV Lemgo Lippe gesichert hat.

HCOB-Coach Rui Silva hat sich intensiv mit dem Rivalen befasst. „Ihre 6:0-Abwehr ist kompakt und körperlich stark, und sie sind sehr intensiv im Umschaltspiel. Außerdem haben sie Spieler mit individueller Qualität, die Ungleichgewichte schaffen und Situationen allein entscheiden können.“ Deshalb sei klar, worin die Herausforderung für sein Team besteht: „Wir müssen mehrere Aspekte unseres Spiels verbessern, insbesondere unsere Übergänge, unsere Kontaktintensität in der Abwehr und unsere emotionale Kontrolle während der gesamten 60 Minuten.“ Grundsätzlich gilt aus seiner Sicht, „dass es unser Ziel ist, in jedem einzelnen Spiel um Punkte zu kämpfen. Aber wir wissen auch, dass dies nur möglich ist, wenn wir uns weiterentwickeln und unsere Leistung Schritt für Schritt verbessern.“

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