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ASV Hamm-Westfalen bezwingt GWD Minden mit 28:27

„Harte Arbeit zahlt sich aus“

Der ASV Hamm-Westfalen hat sich mit einem eindrucksvollen 28:27-Heimsieg in der 2. Handball-Bundesliga zurückgemeldet. Dem Aufsteiger gelang der erste Sieg der neuen Saison gegen den favorisierten Erstligaabsteiger GWD Minden, „unter dem Strich verdient“, wie auch Gästetrainer Aaron Ziercke befand.

Denn die Hausherren waren nicht nur von Beginn an vor 1.813 Zuschauern hellwach und mit voller Leidenschaft am Werke, sie fanden immer wieder auch offensiv gute Lösungen gegen die individuell stark besetzten Gäste aus Ostwestfalen. Die wiederum hatten zunächst Schwierigkeiten, in die Partie zu finden. Zwar gelang Ian Weber das 1:0 für Minden in der ersten Minute, danach aber trafen Keno Jacobs und dreimal Ole Machner zur 4:1-Führung für den ASV. -Bei diesem Vorsprung blieb es bis zur zwölften Spielminute. Nun schien es allerdings, als könnte der Favorit die Kontrolle über das Spiel übernehmen. Fast zehn Minuten verteidigte GWD nun fast fehlerfrei – wenn doch etwas durchkam, parierte Malte Semisch im Tor der Gäste. Nach 8:5 für den ASV (12.) ging der Favorit mit 10:8 in Führung. Vor allem die Achse mit Ian Weber und Philipp Vorlicek-Michalczik fand immer wieder den Weg zum Tor.

Doch die Gastgeber blieben unbeeindruckt, Keno Jacobs erlöste die ASV-Fans und beendete die GWD-Serie zum 9:10. Wenig später glich Lucas Firnhaber aus – bis zur Pause lieferten sich die Teams einen offenen Schlagabtausch. In die Pause ging es leistungsgerecht mit 13:13.

Und aus der erwischte erneut der ASV den besseren Start – trotz anfänglicher Unterzahl gelang es, mit 16:14 in Führung zu gehen. Neben Firnhaber war Max Öhler offensiv einer der auffälligsten Akteure in dieser Phase. Minden konterte allerdings, vor allem Karolis Antanavicius stellte die Abwehr des Aufsteigers vor Probleme. Minden gelang ein 3:0-Lauf und die 17:16-Führung (36.). Nun ging es hin und her, bei wechselnden Führungen setzte sich keine Mannschaft mit mehr als einem Treffer ab.

Eine Schrecksekunde mussten die Gastgeber dabei in der 38. Minute verkraften. Ole Machner trat beim Wurf von außen Gegenspiel Jakub Sterba auf den Fuß und knickte um. Die Folge: Für Machner, der sich möglicherweise am Sprunggelenk verletzte, ging die Partie nicht weiter. Der Tscheche erhielt die rote Karte. Nun musste Niklas Neumann aus der Reserve, der für den angeschlagenen Fabian Huesmann (Muskelprobleme im Oberschenkel) am Mittag nachnominiert worden war, in die Partie. Und der machte seine Sache in Angriff und Abwehr fortan sehr ordentlich.

Die Führungen wechselten weiterhin. Der ASV überstand im weiteren Verlauf auch eine doppelte Unterzahl, als zunächst Adam Horvarth-Garaba nach einem Abwehrfoul für zwei Minuten und dann Carl Gabrielsson nach einer ähnlichen Szene wie bei Sterba mit Rot vom Feld mussten. Doch Minden schlug kein Kapital daraus.

Der nun für Marcos Colodeti eingewechselte Torwart Ivan Budalic drückte dem Spiel in der Schlussviertelstunde seinen Stempel auf. Seine Paraden teils gegen freie Durchbrüche waren der Schlüssel dazu, dass der ASV am Ende zwei Punkte sammeln konnte. Auf dem Weg dahin erzielte Firnhaber und Niklas Neumann zwei sehenswerte Gegenstoßtore, nachdem sie zuvor den Ball gestohlen hatten.

Nach dem 26:26 durch Vorlicek in der 57. Minute war es dann auch Firnhaber, der mit einem Siebenmetertor und einem weiteren Feldtor den ASV in Siegreichweite brachte. Nach seinen beiden Treffern zum 28:26 konnte Morten Hempel nur noch zum 28:27 verkürzen. Am Ende brachte der ASV den verdienten Sieg über die Zeit. „Die harte Arbeit hat sich ausgezahlt“, befand Lucas Firnhaber am Ende direkt nach dem Spiel. Man habe gewusst, dass man an die Leistung der ersten Halbzeit gegen Nordhorn anknüpfen müsse, aber diese aber auch dann konstanter abliefern müsse, so der Rückraum, der mit zehn Toren erfolgreichster Werfer der Partie war.

Mit dem Schwung im Rücken tritt der ASV nun am nächsten Wochenende beim TV Großwallstadt an – mit dem klaren Ziel, auch dort Zählbares mitzunehmen. Davor dürfte allerdings noch einige harte Arbeit auf dem Plan stehen.

ASV Hamm-Westfalen – GWD Minden 28:27 (13:13)

ASV: Colodeti (10 Paraden, 31 %), Budalic (4 P., 50 %) – Gabrielsson (Rot 46.), Horvarth-Garaba, Böttcher (1), Machner (5, 2/3 7m), Kreiselmaier (3), Voeing, Neumann (1), Mühlhauser, Firnhaber (10, 2/2 7m), Bornemann, Krawczyk, Öhler (2), Jacobs (3), Coßmann (3)

GWD: Semisch (9 Paraden, 27 %), Ivanisevic (1 P., 20 %) – Astrup Pedersen, Kranzmann (1), Müller, Franz, Antanavicius (6), Hempel (5, ¾ 7 m), Korte (1, 0/1 7m), Weber (6), Sterba, Metzner, Sajenev, Vorlicek-Michalczik (5), Staar (2), Weck (1)

Strafen: ASV 10 min, Rot 46. Gabrielsson; GWD 10 min, Rot 38. Sterba

Schiedsrichter: Jaros/Funk

Zuschauer: 1.813

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