Der 1. VfL Potsdam hat im Gipfeltreffen der 2. Handball-Bundesliga eine unglaubliche Moral bewiesen und dem Tabellenführer SG BBM Bietigheim in letzter Sekunde einen Zähler abgetrotzt. In einem dramatischen Finish sicherte Florian Budde den Adlern fünf Sekunden vor dem Ende das hochverdiente 29:29 (12:16)-Unentschieden.
Vor einer hitzigen Kulisse in der EgeTrans Arena kämpfte sich die Mannschaft von Emir Kurtagic nach einem deutlichen Rückstand zurück und unterstrich ihre Ambitionen in der Spitzengruppe. Besonders in der zweiten Halbzeit zeigten die Adler ihren Kampfgeist. Während Bietigheim die erste Hälfte dominierte, fand Potsdam über eine aggressive Deckung und kühlen Kopf in der Crunchtime zurück ins Spiel. Nicholas Schley am Kreis und Dustin Kraus im Rückraum waren dabei ständige Gefahrenherde, während Florian Budde mit seinem Last-Minute-Treffer zum Helden des Abends avancierte.
Die Partie begann zäh. In den ersten Minuten dominierten die Abwehrreihen, bevor Dustin Kraus die Adler mit 1:0 in Führung brachte. Es entwickelte sich ein nervöser Beginn mit technischen Fehlern auf beiden Seiten. Bietigheim fand jedoch schneller den Rhythmus und zog über Nico Bacani und den wurfgewaltigen Maxim Orlov (SG BBM) auf 8:3 (15. Minute) davon. Potsdam tat sich schwer, Lösungen gegen die massive SG-Deckung zu finden. Nicholas Schley hielt den VfL mit seinen Treffern zum 6:9 und 8:11 zwar im Spiel, doch Bietigheim konterte eiskalt. Ein Treffer von Martin Tomovski ins leere Potsdamer Tor markierte den 10:16-Zwischenstand, ehe Jan Grüner kurz vor der Sirene zum 12:16-Pausenstand verkürzte.
Nach dem Seitenwechsel blieb Bietigheim zunächst am Drücker und behauptete den Vorsprung (21:16, 37.). Doch dann starteten die Adler die Aufholjagd: Rune Laskowski und Jannek Klein brachten Potsdam Tor um Tor heran. In einer Phase voller Zeitstrafen – unter anderem gegen Dominik Claus und Dustin Kraus – behielt der VfL die Übersicht. Jan Grüner verkürzte per Siebenmeter auf 27:28 (58.), und Tim Hildenbrand glich wenig später zum 28:28 aus.
Die letzte Minute war an Dramatik nicht zu überbieten: Nach einer Auszeit von Bietigheim und einer Zeitstrafe gegen Davide Bulzamini traf Tom Wolf 20 Sekunden vor Schluss zum 29:28 für die Gastgeber. In Unterzahl spielten die Adler ihren letzten Angriff jedoch perfekt aus: Florian Budde tankte sich durch und markierte fünf Sekunden vor dem Ende den vielumjubelten 29:29-Ausgleich.
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