Der 1. VfL Potsdam bleibt auf Erfolgskurs: Am frühen Sonntagabend gewannen die Zweitliga-Handballer vor 1107 Fans in der MBS-Arena mit 33:30 (16:14) gegen den TSV Bayer Dormagen. Marvin Siemer (sieben Tore, davon sechs Siebenmeter) und Tim Hildenbrand (sechs) trafen am häufigsten für die Hausherren, Peter Strosack gefiel beim Tabellen-13. mit acht Toren (vier Siebenmeter).
Die ersten beiden Tore gehörten den Gästen, zwei Treffer von Linksaußen Siemer und einer von Nicolas Paulnsteiner aus dem rechten Rückraum sorgten nach fünf Minuten aber für die 3:2-Führung. Dennoch taten sich die Hausherren schwer, liefen immer wieder einem Rückstand hinterher, welcher nach einer Viertelstunde sogar auf drei Tore anwuchs: 6:9 (15. Minute).
Die folgerichtige Auszeit von Emir Kurtagic fruchtete zunächst nicht: Dormagen erhöhte zeitweise auf plus vier – zur Freude des mitgereisten Anhangs. Das Gute aus Potsdamer Sicht: Nachdem Finn Schroven den TSV mit 14:11 (24.) in Front brachte, fiel bis zur Pausensirene kein Bayer-Tor mehr. Und was noch besser war: Dem VfL gelang ein 5:0-Lauf. Mit der 16:14-Führung ging es in die Kabinen.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs kamen die Gäste aus Nordrhein-Westfalen zweimal bis auf ein Tor heran, die Adler erreichten aber allmählich Flughöhe. Jannek Klein (40.) besorgte mit dem 22:18 die erste Vier-Tore-Führung. Dormagen blieb aber dran und bewies, warum es zuletzt gegen die Topteams aus Bietigheim und Hagen nur ganz knappe Niederlagen gab – elf Minuten vor Ultimo war es beim 26:25 wieder spannend (49.).
Der doppelte Nils Fuhrmann und der von der Siebenmeterlinie eiskalte Marvin Siemer stellten binnen 78 Sekunden jedoch erneut den alten Abstand her: 29:25. In den Schlussminuten brachten die Kurtagic-Schützlinge die zwei Punkte und den dritten Sieg in Serie souverän nach Hause. Potsdam ist mindestens über Nacht Fünfter – am Montagabend stehen sich noch der Dessau-Roßlauer HV und Eintracht Hagen zum Abschluss des 12. Spieltages gegenüber.
Am kommenden Sonntag (30. November) ist der VfL bei Aufsteiger und Schlusslicht HC Oppenweiler/Backnang zu Gast. Anwurf in der Murrtal-Arena ist um 17 Uhr. Das nächste Heimspiel bestreiten die Adler am 6. Dezember: Am Nikolaustag geben Die Eulen Ludwigshafen ab 19.30 Uhr ihre Visitenkarte in der MBS-Arena ab.
1. VfL Potsdam: Höler (4 Paraden), Grundmann (4) – Budde, Siemer (7/6), Reichardt, Paulnsteiner (2), Bulzamini, Klein (2), Sontacchi (2), Hildenbrand (6), Fuhrmann (2), Kix (3), Mengon (4), Schley (2), Kraus (3).
TSV Bayer Dormagen: Oberosler (6 Paraden), Simonsen (2) – Krist (4), Bertl (2), Leis, Kriescher, Böckenholt (4/1), Schroven (4), Strosack (8/4), M. Schmidt (1), J.-C. Schmidt (2), Pauli, Sondermann (4), Hein, Adam (1).
Emir Kurtagic (Trainer 1. VfL Potsdam): „Wir finden schwer in das Spiel, haben gegen eine unangenehm zu spielende Mannschaft erst beim 7:11-Rückstand Energie reingebracht. Von dort an lief es besser, Mitte der zweiten Halbzeit hätten wir konsequenter sein können, mit dem dritten Sieg in Folge bin ich aber super zufrieden. Jetzt wollen wir mit Leidenschaft in die Trainingswoche gehen und unsere Serie am nächsten Wochenende fortsetzen. Ich möchte auch Bayer Dormagen gratulieren, zu einem starken Spiel. Die Jungs sind auf einem richtig guten Weg und ich hoffe, dass die Leistung bald wieder mit Punkten belohnt wird.“
Julian Bauer (Trainer TSV Bayer Dormagen): „Ich gratuliere Potsdam zu einem verdienten Heimsieg. Für uns ist die Niederlage aber schwer verdaulich, weil wir sehr gut ins Spiel kommen, was sich auch auf der Anzeigetafel gezeigt hat. Der 0:5-Lauf vor der Pause tat uns weh, wir haben unsere Angriffsstruktur verloren und sind nach einer guten Halbzeit mit einem schlechten Gefühl in die Pause gegangen. Dort haben wir ein paar Dinge nachjustiert, aber zunehmend die Kompaktheit gegen die Zweikämpfe verloren. Mit Sieben-gegen-Sechs haben wir wieder bessere Lösungen gefunden, konnten uns am Ende aber nicht mehr erholen.“



