Es war das erwartet schwere Auswärtsspiel: Nach dem Punktgewinn gegen den Spitzenreiter beim letzten Heimspiel, reiste der HSV Solingen-Gräfrath mit viel Selbstvertrauen zum Tabellenzweiten TG Nürtingen. In einer hart umkämpften Partie in der Sporlastic-Arena hielt der HSV lange Zeit alle Trümpfe in der Hand, musste sich am Ende aber mit 30:26 (12:12) geschlagen geben.
Die ersten 20 Minuten der Begegnung waren auf beiden Seiten von Nervosität und einer gewissen Zerfahrenheit geprägt. Torchancen waren da, doch das Wurfglück fehlte zunächst völlig. Auch dank einer erneut starken Katja Grewe im Tor blieb das Spiel jedoch torarm und ausgeglichen. Über ein 1:3 (5.) und ein 7:7 (20.) kämpften sich beide Teams mühsam in die Partie. Bis zur Halbzeitpause konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen, sodass es mit einem leistungsgerechten 12:12 in die Kabinen ging.
Der HSV Solingen-Gräfrath kam mit viel Schwung aus der Kabine. Deborah Spatz und Nele Spengler zeigten sich treffsicher, und in der 37. Minute markierte Spatz per Siebenmeter die 15:17-Führung. Der HSV schien das Spiel nun unter Kontrolle zu haben. Auch durch eine Zeitstrafe gegen Nele Spengler ließ sich das Team nicht beirren; Jennifer Souza erhöhte in der 43. Minute sogar auf 17:19. Zu diesem Zeitpunkt lag die Überraschung beim Tabellenzweiten förmlich in der Luft.
Doch Nürtingen bewies, warum sie ganz oben stehen. In der 45. Minute glichen die Gastgeberinnen zum 20:20 aus. Es blieb ein offener Schlagabtausch, in dem Deborah Spatz den HSV mit ihren Treffern immer wieder im Spiel hielt.
In den letzten zehn Minuten mussten die Gräfratherinnen jedoch abreißen lassen. Während beim HSV die Kräfte und die Konzentration nachließen, steigerte sich Nürtingen, nutzte sich bietende Gelegenheiten eiskalt und zog durch einen Lauf auf 28:25 (56.) davon. Der Treffer von Sophie Pickrodt kurz vor dem Ende zum 30:26-Endstand war nur noch Ergebniskosmetik.
Auch wenn die Punkte in Baden-Württemberg bleiben, hat der HSV über 50 Minuten gezeigt, dass er mit den Top-Teams der Liga absolut auf Augenhöhe agiert. Die Moral stimmt, und darauf lässt sich für die kommenden Aufgaben definitiv aufbauen.
Spielfilm: 1:1, 3:3, 7:7, 12:12 (HZ); 15:17, 17:19, 20:20, 25:24, 30:26 (Endstand).



