Vor einer tollen Kulisse in Remscheid belohnen sich die Zweitliga-Handballerinnen des HSV Solingen-Gräfrath für einen mutigen Testspiel-Auftritt: Gegen den deutschen Vizemeister und Champions-League-Teilnehmer Borussia Dortmund unterlag das Team von Cheftrainer Lars Faßbender am Mittwochabend zwar mit 32:42 (16:20), überzeugte dabei aber über weite Strecken mit viel Spielfreude, Mut und guten Einzelleistungen.
Schon im Vorfeld war die Vorfreude auf das Kräftemessen in der Remscheider Sporthalle Neuenkamp groß gewesen. Der Gastgeber, die HG Remscheid, hatte sich mächtig ins Zeug gelegt, und das mit Erfolg: Trotz Sommerferien und eines Termins mitten in der Woche fanden erfreulich viele Zuschauer den Weg auf die Tribünen, um sich das Duell zwischen dem Solinger Zweitligisten und Borussia Dortmund nicht entgehen zu lassen.
Anfangsnervosität schnell abgelegt
In den ersten zehn Minuten steckte der Mannschaft von Lars Faßbender noch ein wenig der Respekt vor den prominenten Namen des Gegners in den Knochen. Der HSV agierte zunächst nervös und zurückhaltend, fand aber anschließend immer besser in die Begegnung. Besonders im Rückraum setzten Vanessa Brandt und Deborah Spatz immer wieder Akzente und brachten die Dortmunder Hintermannschaft ins Schwitzen. So entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein mitreißendes Handballspiel, in dem der HSV streckenweise auf Augenhöhe mitspielte und mit einem knappen 16:20-Rückstand in die Pause ging.
Gute Paraden im Tor und Lerneffekt nach dem Wechsel
Ein Sonderlob verdienten sich an diesem Abend auch die beiden Torhüterinnen: In Sowohl Liv-Stine Eckardt als auch Luisa Steffen zeigten eine starke Leistung. Die Nachwuchstorhüterin aus der A-Jugend fügte sich glänzend ein und entschärfte etliche Bälle der Dortmunder Star-Truppe.
Dass es am Ende dennoch ein deutliches 32:42 wurde, lag vor allem am beeindruckenden Tempospiel des Erstligisten. In der zweiten Halbzeit schlichen sich beim HSV im Angriff die ersten Unkonzentriertheiten ein. Gegen ein Spitzenteam wie den BVB wurde jeder Ballverlust und nicht konsequent zu Ende gespielte Angriffe eiskalt bestraft. Dortmund schaltete blitzschnell um und kam über das Gegenstoßspiel zu einfachen Treffern.
Trainer Lars Faßbender: „Ein sehr gewinnbringender Abend“
Unterm Strich zog Cheftrainer Lars Faßbender aber ein durchweg positives Fazit:
„Insgesamt war das eine sehr gelungene und tolle Veranstaltung. Die HGR hat sich echt ins Zeug gelegt und ich war positiv überrascht, wie viele Zuschauer trotz Ferien und Mittwochabend da waren. Es war ein mitreißendes Spiel, in dem wir uns sehr gut und teuer verkauft haben. Nach zehn Minuten Nervosität sind wir besser reingekommen und haben das in der ersten Halbzeit richtig gut gemacht. In der zweiten Hälfte haben wir im Rückzug nachgelassen, da hat Dortmund sein Tempospiel sehr zielstrebig und beeindruckend vorgetragen. Das war für uns eine wertvolle Erkenntnis: Fehler im Angriff werden auf diesem Niveau gnadenlos bestraft.“
Gleichzeitig blickt Faßbender optimistisch auf die Entwicklung seines Teams:
„Ich bin zufrieden mit dem Auftritt, wir haben wieder einen kleinen Schritt nach vorne gemacht. Gleichwohl müssen wir weiter an Dingen wie mehr Galligkeit im Abwehrbereich arbeiten. Aber es war ein tolles Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern und für alle Beteiligten war das ein sehr gewinnbringender Abend.“
Weiterreise ins Trainingslager nach Metzingen
Zeit zum Durchschnaufen bleibt dem HSV-Tross allerdings nicht: Bereits am heutigen Donnerstag bricht das Team ins Trainingslager nach Metzingen auf. Dort soll in den kommenden Tagen weiter am Feinschliff für die neue Saison gefeilt werden, ehe am Freitag (24. Juli) mit dem Testspiel gegen den Erstligisten TuS Metzingen der nächste Härtetest auf dem Programm steht.



