Was für ein Handball-Abend in der Klingenhalle! Erst die emotionale Nachricht über die Vertragsverlängerung von Identifikationsfigur Vanessa Brandt, dann ein nervenaufreibender Heimsieg gegen die „Grün-Weißen“ von der Weser. Nach einem frühen 6-Tore-Rückstand bewies unser Team enorme Moral und schlug den SV Werder Bremen verdient mit 33:30 (15:16).
Die Zuschauer in der Solinger Klingenhalle brauchten am Samstagabend starke Nerven. Das Spiel gegen den SV Werder Bremen entwickelte sich zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle, an deren Ende unser HSV den zweiten Heimsieg des Jahres 2026 feiern durfte.
Der Beginn der Partie verlief zunächst nach Plan: Sophie Pickrodt markierte die ersten beiden Treffer zur 2:0-Führung. Doch dann riss der Faden komplett. Während der HSV mehrfach am Aluminium oder an der Bremer Torhüterin Wioleta Pająk scheiterte, spielten sich die Gäste in einen Rausch. Über 2:5 und 4:10 (13. Minute) lief unser Team plötzlich einem deutlichen Rückstand hinterher.
Doch Trainer Jonas Schlender bewies ein glückliches Händchen bei den Wechseln. Angeführt von einer unermüdlichen Deborah Spatz und der treffsicheren Merit Müller kämpfte sich der HSV Tor um Tor zurück. Besonders wichtig: Kurz vor der Pausensirene verkürzte Müller auf 15:16, die Klingenhalle war wieder hellwach!
Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete: mit Vollgas-Handball. Hannah Gutzeit sorgte direkt für den 16:16-Ausgleich. Von da an entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem die Führung ständig wechselte.
Dann schlug die Stunde von Vanessa Brandt. Sie übernahm in der entscheidenden Phase die Verantwortung. Zwischen der 36. und 42. Minute erzielte sie vier Treffer fast in Serie und brachte den HSV mit 25:22 in Front. Die Halle kochte!
Bremen gab sich jedoch nicht geschlagen und glich in der 48. Minute erneut zum 27:27 aus. In dieser kritischen Phase wechselte Schlender im Tor zurück auf Liv-Stine Eckardt, die sofort mit wichtigen Paraden zur Stelle war.
In den Schlussminuten zeigte sich unser Team abgeklärt: Nele Spengler verwandelte einen wichtigen Siebenmeter zum 30:28 (52.), ehe erneut Brandt und Spatz den Deckel zum 33:29 (58.) draufmachten. Der letzte Treffer der Bremerinnen zum 33:30-Endstand ging im Jubel der Solinger Fans unter.
Dieser Erfolg war ein Sieg des Willens. Trotz des frühen 4:10-Rückstands blieb das Team ruhig und vertraute auf die eigene Stärke. Mit nun 17:9 Punkten setzt sich der HSV Solingen-Gräfrath in der Spitzengruppe der 2. Bundesliga fest.
Statistik zum Spiel:
HSV Solingen-Gräfrath: Eckardt, Grewe (Tor); Spatz (9/4), Brandt (7), Müller (3), Pickrodt (3), Spengler (3/1), Gutzeit (2), Schwitzer (2), Nikolić (2), Külker (1), Liebetrau (1), Heimann, Fabisch, Bomnüter, Kujovic.
Spielfilm: 2:0, 4:10, 9:13, 15:16 (HZ) – 20:21, 25:22, 27:27, 31:28, 33:30 (Endstand).



