Solingen bleibt rot! In einem furiosen Stadtderby hat der HSV Solingen-Gräfrath am Freitagabend ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Vor einer tollen Kulisse im „Wohnzimmer“ Klingenhalle besiegte die Mannschaft von Jonas Schlender den Bergischen HC unerwartet deutlich mit 32:19 (16:11). Das einzige Stadtderby im deutschen Profihandball hielt, was es versprach. Zumindest aus Sicht der Gastgeberinnen.
Bereits vor dem Anpfiff herrschte Gänsehaut-Atmosphäre. Ab 18:00 Uhr füllte sich das Foyer nicht nur mit erwartungsvollen Fans, sondern auch mit Lebensrettern: Die DKMS-Registrierungsaktion wurde von der Solinger Handballfamilie hervorragend angenommen. Dass Sport Rivalität und Zusammenhalt vereinen kann, wurde an diesem Abend eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Der BHC erwischte den besseren Start. Svenja Mann, die in der Anfangsphase die auffälligste Akteurin der Gäste war, brachte den BHC mit 1:2 und später 2:5 (6. Minute) in Führung. Der HSV wirkte zunächst nervös, biss sich aber über die Defensive in die Partie. Patricia Nikolić und Emma Schwitzer sorgten für den Ausgleich, bevor Nele Spengler per Siebenmeter in der 12. Minute die erste Führung zum 7:6 markierte.
Ab diesem Moment kippte das Momentum endgültig zugunsten des HSV. Während der BHC zunehmend verzweifelte, stand die Gräfrather Deckung wie ein Bollwerk. Mit einer verdienten 16:11-Führung ging es in die Kabinen.
Wer nach der Pause eine Aufholjagd der Gäste erwartete, wurde enttäuscht. Das lag unter anderem an Liv-Stine Eckardt. Die HSV-Torhüterin lief zur absoluten Höchstform auf und entnervte die BHC-Angreiferinnen reihenweise. Ob gegen Djazzmin Trabelsi oder bei den Strafwürfen von Leni Holz, Eckardt war fast immer zur Stelle.
In der Offensive zeigte sich der HSV gnadenlos effizient. Hannah Gutzeit und Nele Spengler schraubten das Ergebnis kontinuierlich in die Höhe. Als Mia Elisa Bomnüter in der 51. Minute zum 27:16 traf, war die Vorentscheidung längst gefallen. Der BHC fand keine Mittel mehr gegen die spielerische Leichtigkeit der Gräfratherinnen, die sich in einen Rausch spielten.
Die Schlussphase glich einer Ehrenrunde. Frida Heimann und Luna Külker erhöhten weiter, während die Fans in der Klingenhalle bereits stehend den Derbysieg feierten. Der HSV Solingen-Gräfrath lieferte ein hochklassiges Spiel ab, während der BHC einen gebrauchten Abend erwischte.
Spielfilm: 2:5, 7:6, 12:7, 16:11 (HZ); 20:12, 25:15, 30:17, 32:19 (Endstand).



