Die HL Buchholz 08-Rosengarten haben am 23. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga Frauen einen wichtigen Heimsieg eingefahren. In einer torreichen und intensiven Partie setzten sich die Luchse vor 289 Zuschauern in der NordHeideHalle mit 35:33 (17:16) gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen durch und verschaffen sich damit weiter Luft im Tabellenkeller.
Die Vorzeichen für die Gastgeberinnen waren alles andere als optimal. Kurz vor dem Spiel musste Trainer Dubravko Prelcec den nächsten personellen Rückschlag hinnehmen: „Am Donnerstag im Training verletzte sich Lucy Saul am Fuß und wird erst einmal ausfallen. Dazu meldete sich Antonia Pieszkalla am Samstagmorgen krank.“ Somit standen den Luchsen lediglich elf Feldspielerinnen zur Verfügung. Dennoch zeigte das junge Team eine geschlossene und engagierte Leistung und hielt die Punkte verdient im „Luchsbau“.
Von Beginn an entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Beide Mannschaften agierten mit kompakten und körperbetonten Abwehrreihen, ohne dabei die Fairness zu verlieren. Die Führung wechselte mehrfach, kein Team konnte sich entscheidend absetzen. Während die Luchse phasenweise Schwierigkeiten hatten, ihr Tempospiel umzusetzen, wurde genau dieses zur entscheidenden Stärke, sobald es gelang – dann bekam Leverkusen spürbare Probleme.
Ein wichtiger Impuls kam in der 13. Spielminute: Prelcec brachte Malu Sperling auf der halblinken Position, die sich sofort mit viel Durchsetzungsvermögen im Eins-gegen-Eins präsentierte und direkt das 6:4 erzielte. In dieser Phase hatten die Luchse die Möglichkeit, sich weiter abzusetzen, scheiterten jedoch mehrfach an der stark haltenden Leverkusener Torhüterin Merle Muth, die insgesamt 13 Paraden zeigte. So ging es mit einer knappen, aber verdienten 17:16-Führung in die Halbzeitpause.
„Leverkusen hat uns in unserem Tempospiel gut den Stecker gezogen, das hat uns – wie schon im Hinspiel – vor Probleme gestellt. Aber wir haben uns im Angriff sehr gut präsentiert“, resümierte Prelcec zur ersten Halbzeit.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel eng. Beide Teams lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe, in dem die Führung immer wieder wechselte. In der 43. Minute erzielte Marla Mathwig den Treffer zum 23:23-Ausgleich. Die Spielmacherin war mit acht Toren (davon 7/8 vom Siebenmeterpunkt) die erfolgreichste Werferin der Luchse und übernahm in wichtigen Phasen Verantwortung.
Nach dem 24:23 durch Lotta Christiansen blieb die Partie offen. In der 50. Minute sah Lene Forsbach nach einem unglücklichen Treffer im Zweikampf gegen Dana Gruner die Rote Karte. Trotz der Situation und der ohnehin angespannten Personallage hielten die Luchse das Spiel offen, doch Leverkusen glich in der 54. Minute erneut zum 30:30 aus.
Die Antwort der Gastgeberinnen folgte prompt: Über die zweite Welle erzielte Emma Niemann das 31:30. In dieser Phase übernahm Marla Mathwig immer mehr die Spielsteuerung, brachte Ruhe in den Angriff und setzte ihre Mitspielerinnen gezielt in Szene. So traf Nantke Ackmann nach schönem Anspiel zum 32:30.
In der Schlussphase behielten die Luchse die Kontrolle. Finja Harms erhöhte auf 34:32, ehe Lotta Christiansen 34 Sekunden vor dem Ende mit einer starken Eins-gegen-Eins-Aktion auf 35:33 stellte und damit die Entscheidung herbeiführte.
Die Freude nach dem Schlusspfiff war entsprechend groß. Spielerinnen und Fans feierten gemeinsam einen wichtigen Heimsieg in starker Atmosphäre.
Trainer Dubravko Prelcec zeigte sich nach dem Spiel zufrieden: „Ich bin heute sehr zufrieden mit der Einstellung meiner Mannschaft. Es lief nicht alles wie gewünscht, aber wir zeigen eine tolle Entwicklung als Team und auch jede einzelne Spielerin – das freut mich sehr.“
Mit diesem Erfolg setzen sich die Luchse erstmals auf sieben Punkte von den Abstiegsrängen ab und gehen mit Rückenwind in eine kurze Spielpause. Am 18. April wartet dann die nächste Aufgabe auswärts beim ESV 1927 Regensburg.



