Was für ein Fight, was für eine Moral! Der HSV Solingen-Gräfrath hat dem Favoriten HC Rödertal am Samstagabend alles abverlangt. In einer Partie auf Augenhöhe entschied am Ende die sprichwörtliche Winzigkeit über Sieg und Niederlage.
Das Spiel startete genau so, wie es sich die Mannschaft von Jonas Schlender vorgenommen hatte: konzentriert und mutig. Deborah Spatz eröffnete die Partie mit dem 0:1, und die Defensive stand stabil. Über ein 4:4 (9.) konnte sich der HSV zwischenzeitlich sogar auf 4:7 absetzen. Doch Rödertal bewies, warum sie oben stehen, und kämpfte sich zurück. Mit einem leistungsgerechten 13:13 ging es in die Kabinen, alles war offen.
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst ausgeglichen. Patricia Nikolić und die gewohnt sichere Siebenmeter-Schützin Nele Spengler hielten die Solingerinnen im Spiel. Doch Mitte der zweiten Hälfte leistete sich der HSV eine kurze Schwächephase, die ein Spitzenteam wie Rödertal eiskalt ausnutzte. Die „Bienen“ zogen Tor um Tor davon und beim Stand von 26:21 (52.) schien die Messe in Großröhrsdorf bereits gelesen.
Wer allerdings dachte, der HSV würde sich aufgeben, sah sich getäuscht. Mit einer unglaublichen Energieleistung starteten wir die Schlussoffensive. Hannah Gutzeit, Maira Völker und Emma Schwitzer bliesen zur Attacke. Tor um Tor schmolz der Vorsprung der Gastgeberinnen.
In der 59. Minute erzielte Hannah Gutzeit den Anschlusstreffer zum 27:26. Die Halle kochte, die Spannung war greifbar. In den verbleibenden Sekunden versuchten die Gräfratherinnen alles, um noch den Ausgleich zu erzwingen, doch die Zeit rannte dem HSV letztlich davon.
Auch wenn die Punkte in Sachsen bleiben, nimmt der HSV viel Positives mit. Er hat gezeigt, dass er auch auswärts mit den Top-Teams der Liga mithalten kann. Diese Einstellung ist genau das, was es für die kommenden Aufgaben u.a. gegen den Tabellenführer aus Leipzig am kommenden Wochenende braucht.


