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Koltschenko nach 14 Monaten Verletzungspause zurück in Kirchhof

Das Leiden hat ein Ende

Eine unbequeme Deckung mit aggressiven Halben, mutige Aktionen im Eins-gegen-Eins, ein unbändiger Wille, sich gegen größere Gegner mit Leidenschaft zu behaupten und niemals aufzugeben: Dafür steht Handball-Zweitligist SG 09 Kirchhof. Wie kaum eine Zweite vereint dies insbesondere Katharina Koltschenko. Die Rückraumspielerin, die im Lager der Löwinnen so lange und so schmerzlich vermisst wurde. Doch das Ende ist in Sicht. Am heutigen Montag steigt die seit Samstag 24-Jährige beim Trainingsauftakt in Melsungen wieder voll ein.

„Endlich“, sprudelt es aus der geplagten Sportlerin heraus, die seit dem 10. Mai 2025 nicht mehr für Kirchhof auf der Platte stand. Das war das 27:24 zum Auftakt der Aufstiegsrunde gegen den Rostocker HC, als sie bei ihrem letzten Wurf einen heftigen Schlag kassierte und mit einem Muskelbündelriss die weiteren Aufstiegsspiele verpasste. Als die Saison 2025/26 startete, wurde sie vom neuen Trainer Christian Denk zur Kapitänin bestimmt. Der Lohn einer konsequenten Entwicklung nach ihrem Wechsel 2020 von Landesligist Eintracht Baunatal. Talent im Juniorteam, dort schnell Leistungsträgerin und Torjägerin, Doppelrolle bei Kirchhof I und II, Durchbruch und fester Bestandteil der SG-Vorzeigemannschaft. Pünktlich zum Heinrich-Horn-Gedächtnisturnier 2025 schien sie am Höhepunkt bei den Löwinnen – und hätte kaum heftiger ausgebremst werden können.

Denn ausgerechnet beim traditionellen Höhepunkt der Vorbereitung in der Melsunger Stadtsporthalle passierte es. Eine unglückliche Bewegung am 2. August gegen den SV Werder Bremen sorgte für einen Riss des vorderen Kreuzbandes und des Außenmeniskus. Schmerzen, Tränen, sechs Wochen Bettruhe. „Gerade am Anfang war das richtig schwierig und ich habe erst einmal Abstand von der Halle gebraucht“, blickt die gebürtige Baunatalerin zurück, die seit zwei Jahren in Melsungen lebt. Das war noch einmal eine Spur heftiger als die Armverletzung, die sie sich am 2. Dezember 2023 zugezogen hatte. Ein Riss der Trizepssehne in der 59. Minute beim 28:27-Heimsieg über den ESV Regensburg, der sie fünf Monate aus dem Spielbetrieb brachte.

Verletzungen, die sich bei einer Sportlerin kaum vermeiden lassen, die weder sich noch ihre Gegnerinnen schont. „Es bringt nichts, mir vorzunehmen, meine Spielweise zu ändern“, macht die Studentin deutlich, die aktuell das eine oder andere im sportlichen Bereich ihres Lehramtsstudiums nachholt, was sie wegen ihres Ausfalls verpasste. Zu ihrem zweiten Zuhause wurde in den vergangenen Monaten Rehamed in Kassel-Wilhelmshöhe. An bis zu fünf Tagen pro Woche und dabei bis zu vier Stunden pro Tag Physiotherapie. Operiert werden musste sie zweimal am Knie von Dr. Gerd Rauch. Der ihr zudem Holger Maienschein als Taxifahrer organisierte, weil sie lange kein Auto fahren durfte. Das ist der Vater von Florian Maienschein, der als Trainer für die MT Talents bis zur A-Jugend-Bundesliga tätig war und künftig die Männer des Regionalligisten GSV Eintracht Baunatal coacht.

„Ich bin allen sehr dankbar, die mich so gut und professionell unterstützt haben. Jetzt bin ich einfach nur froh, dass ich endlich wieder einen Ball in die Hand nehmen darf“, erklärt die Nummer 14. Zusätzlich hatte sie in der freien Zeit individuelles Training mit ihrem Coach Christian Denk absolviert. Am vergangenen Donnerstag hat sie ihren Return-to-Competition-Test bestanden, darf also wieder alles machen. „Katha war sehr fleißig und es steht außer Frage, dass sie uns hilft und sich im Rückraum mit unseren anderen Spielerinnen perfekt ergänzen wird“, betont ihr Trainer. Um ihr allerdings nach ihrer 14-monatigen Odyssee mit zwei Verletzungen Zeit für ein erfolgreiches Comeback zu geben.

Zum ersten Spieltag am 29. August gegen die TG Nürtingen möchte sie wieder richtig fit sein. Gegen den amtierenden Vizemeister, der für den Vorletzten der Vorserie zu einer Herkulesaufgabe werden dürfte. Da wollen sie wieder unbequem werden, mutig und leidensfähig. Die SG 09 Kirchhof – und Katharina Koltschenko, die die DNA der Löwinnen so sehr verkörpert.

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