Die HL Buchholz 08-Rosengarten haben am 22. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga Frauen einen hart erkämpften Punkt beim HSV Solingen-Gräfrath 76 geholt. In einer intensiven und körperbetonten Partie trennten sich beide Teams 28:28 (18:13), nachdem die Luchse einen Fünf-Tore-Rückstand zur Halbzeit eindrucksvoll aufholten.
Die personellen Vorzeichen für Buchholz waren alles andere als optimal. Mehrere krankheitsbedingte Ausfälle schwächten den Kader bereits im Vorfeld. Besonders schwer wog der kurzfristige Ausfall von Anja Rossignoli, die sich im Abschlusstraining am Fußgelenk verletzte und vorerst fehlen wird. So reisten die Luchse lediglich mit einer Torhüterin an.
Diese Rolle übernahm Elina Döring eindrucksvoll. Mit insgesamt 16 Paraden zeigte sie eine starke Leistung und war insbesondere in der zweiten Halbzeit ein entscheidender Rückhalt. Trainer Dubravko Prelcec lobte seine Torhüterin nach dem Spiel: „Elli hat ein tolles Spiel gemacht. Vor allem, und das freut mich, setzt sie unsere Hinweise sofort um.“
Der Start in die Partie verlief zunächst ausgeglichen. Buchholz ging durch Finja Harms und Lene Forsbach mit 0:2 in Führung, doch Solingen fand ab der fünften Minute besser ins Spiel. Beim 3:3 und 5:5 blieb die Partie zunächst offen, ehe die Gastgeberinnen zunehmend die Kontrolle übernahmen. Angetrieben von Torhüterin Liv-Stine Eckardt, die unter anderem einen Siebenmeter parierte und sogar aus dem eigenen Tor zum 10:7 traf, setzte sich der HSV Mitte der ersten Halbzeit ab. Über 13:9 und 16:11 bauten die Gastgeberinnen ihre Führung weiter aus, ehe Frida Heimann kurz vor der Pause den Treffer zum 18:13 markierte.
Mit Beginn der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild jedoch komplett. Die Luchse kamen mit deutlich mehr Aggressivität aus der Kabine und starteten eine beeindruckende Aufholjagd. Antonia Pieszkalla verkürzte auf 18:15, Stine Petersen stellte auf 18:17 und spätestens beim 19:19 durch Lotta Christiansen war die Partie wieder offen. In den ersten zwölf Minuten der zweiten Halbzeit gelang dem HSV lediglich ein Treffer, während sich Buchholz Tor um Tor herankämpfte.
Trainer Dubravko Prelcec arbeitete in dieser Phase intensiv an der Seitenlinie und peitschte seine junge Mannschaft immer wieder nach vorne. Die Partie entwickelte sich zunehmend zu einem harten Abnutzungskampf. Nach dem 22:22 durch Stine Petersen und dem 23:23 blieb das Spiel völlig offen. Beim 24:24 durch Selina Jopp, dem 25:25 durch Lucy Saul und dem 26:26 durch Marla Mathwig blieb die Spannung auf dem Höhepunkt.
Allerdings mussten die Luchse in der zweiten Halbzeit auch einen weiteren Rückschlag verkraften: Lene Forsbach verletzte sich am Knie und konnte nicht mehr eingesetzt werden. Die ohnehin dünne Personaldecke wurde dadurch zusätzlich belastet, doch die Mannschaft hielt weiterhin dagegen.
Die Schlussphase entwickelte sich zu einem echten Krimi. Nach dem 27:27 durch Finja Harms brachte Maira Völker den HSV in der 57. Minute mit 28:27 erneut in Führung. Die Halle stand Kopf und der Heimsieg schien greifbar. Doch die Luchse behielten die Ruhe. Trainer Dubravko Prelcec nahm die Auszeit und brachte erneut Antonia Pieszkalla. Die Rückraumspielerin übernahm Verantwortung und erzielte 42 Sekunden vor dem Ende den umjubelten Ausgleich zum 28:28. Im letzten Angriff verteidigten die Luchse konzentriert. Der finale Wurf der Gastgeberinnen wurde entschärft beziehungsweise ging über das Tor — der Punktgewinn war perfekt. Die mitgereisten Fans und die Mannschaft feierten anschließend einen hart erkämpften Auswärtspunkt.
Trainer Dubravko Prelcec zeigte sich nach dem Spiel stolz auf seine Mannschaft: „Das war kein schönes Spiel, aber ich bin unendlich stolz auf meine Mannschaft, welche Entwicklung sie zeigt. Wir nehmen einen verdienten Punkt mit nach Buchholz.“
Nach schwierigen personellen Voraussetzungen, einer Verletzung während des Spiels und einer starken kämpferischen zweiten Halbzeit nehmen die Luchse verdient einen Punkt aus Solingen mit und bestätigen die positive Entwicklung der jungen Mannschaft.



