Im Rahmen des intensiven Trainingslagers in Metzingen mussten die Zweitliga-Handballerinnen des HSV Solingen-Gräfrath eine deutliche 30:49 (15:28)-Niederlage gegen den Erstligisten TuS Metzingen hinnehmen. Nach kräftezehrenden Tagen fehlte der Mannschaft am Ende schlichtweg die Frische, um gegen den Erstligisten körperlich und mental zu bestehen. Trainer Lars Faßbender sieht in der deutlichen Niederlage jedoch einen wertvollen Lernprozess für die kommenden Wochen.
Die Vorzeichen vor dem Testspiel in der Metzinger Öschhalle hätten unterschiedlicher kaum sein können: Während die Gastgeberinnen einen gewohnten Tagesablauf absolvierten und gut erholt in die Partie gingen, steckte den Solingerinnen ein straffes Programm in den Knochen. Nach dem kräftezehrenden BVB-Testspiel am Mittwochabend folgte am Donnerstag die lange Anreise ins Trainingslager, direkt gefolgt von den ersten Trainingseinheiten. Auch am Spieltag selbst standen vor dem Anpfiff am Abend bereits wieder intensive Einheiten auf dem Trainingsplan.
Diese Belastung machte sich auf dem Feld schnell bemerkbar. Der HSV wollte zwar, war aber körperlich wie mental ziemlich leer und fand gegen die gewohnt spritzigen und eingespielten Metzingerinnen kaum Zugriff. Bereits in den ersten Minuten setzte sich der Favorit ab: Über ein 7:13 (14.) ging es mit einem deutlichen 15:28-Rückstand in die Halbzeitpause. Auch nach dem Wechsel änderte sich das Bild kaum, sodass am Ende eine deutliche 30:49-Niederlage auf der Anzeigetafel stand.
Gute Ballpassagen, aber fehlende Konsequenz im Abschluss
Trotz der deutlichen Überlegenheit der Gastgeberinnen gab es aus Solinger Sicht durchaus auch positive Ansätze im Spielaufbau. Der HSV erarbeitete sich etliche gute Gelegenheiten, scheiterte jedoch immer wieder an der eigenen Chancenverwertung. Allein 21 Fehlwürfe verzeichnete die Statistik, wovon ein Großteil gut herausgespielt war, im Abschluss aber die nötige Konzentration und Kraft fehlten. Hinzu kam an diesem Abend auch das Pech bei Abprallern und Pfostentreffern.
Trainer Lars Faßbender: „Wichtig für den Reifeprozess“
Trotz der klaren Niederlage kann Cheftrainer Lars Faßbender dem Auftritt im Nachgang viel Positives für die Entwicklung seiner Mannschaft abgewinnen:
„Das war ein richtiger Dämpfer zur rechten Zeit. Wir waren körperlich und mental einfach komplett leer, während Metzingen frisch und voll da war. Dass wir unter diesen Bedingungen so klar verlieren, ist im ersten Moment zwar bitter, für unsere Entwicklung aber eigentlich genau richtig. Wichtig ist jetzt, wie wir als Mannschaft mit so einer Erfahrung umgehen, welche Konsequenzen wir daraus ziehen und wie wir uns nach einer solchen Niederlage präsentieren. Solche Momente schweißen eine Truppe auch zusammen.“
Nach der kräftezehrenden Partie und dem schweißtreibenden Trainingslager stehen für die HSV-Frauen nun Teambuilding und Regeneration auf dem Programm, ehe in den nächsten Trainingseinheiten weiter an der Abstimmung und der nötigen „Galligkeit“ in der Abwehr gearbeitet wird.



