Der HSV Solingen-Gräfrath hat das einzige Stadtderby im deutschen Profihandball eindrucksvoll für sich entschieden. In einer packenden Atmosphäre in der Sporthalle Wittkulle setzte sich das Team von Trainer Jonas Schlender verdient mit 21:26 gegen den Bergischen HC durch und feierte einen emotionalen Sieg.
Der HSV erwischte den besseren Start und setzte früh ein Zeichen: Nele Spengler eröffnete das Spiel mit dem Treffer zum 0:1, kurz darauf parierte Liv-Stine Eckardt mehrfach stark. Auch wenn der BHC immer wieder durch Einzelaktionen verkürzen konnte, behielt Solingen zunächst die Kontrolle. Über 1:2, 1:3 und 1:4 erspielte sich der HSV eine stabile Führung. Besonders die Abwehr stand kompakt, Eckardt entschärfte zahlreiche Würfe, und vorne setzte der HSV wichtige Akzente durch Brandt, Nikolić, Spatz und Müller.
Nach rund 20 Minuten steigerte der BHC die Offensivleistung und arbeitete sich heran. Mehrere Pfostenwürfe auf Solinger Seite verhinderten eine höhere Führung, und der BHC konnte erstmals zum 9:9 ausgleichen. Kurz darauf ging dere Gastgeber sogar mit 10:9 in Führung. Das einzige Mal im gesamten ersten Durchgang, dass die Gräfratherinnen hinten lagen.
In der zweiten Halbzeit spielte Solingen konsequent, konzentriert und mit deutlich mehr Tempo. Durch Treffer von Spatz, Müller und Pickrodt setzte sich der HSV wieder ab. Besonders beeindruckend: Liv-Stine Eckardt steigerte ihre Leistung nochmals und parierte fast im Minutentakt, darunter mehrere freie Würfe. Die Abwehr agierte kompakt und verhinderte, dass der BHC das Spiel nochmals drehen konnte.
Zwischen der 45. und 55. Minute übernahm Solingen endgültig die Kontrolle. Müller, Spatz und Nikolić trafen zuverlässig. Auch eine kurze Unterzahl brachte den HSV nicht aus dem Konzept. Die Mannschaft blieb stabil, nutzte Fehler konsequent und baute die Führung auf fünf Treffer aus. In der Schlussphase versuchte der BHC noch einmal alles. Doch Solingen blieb cool: Eckardt parierte weiter stark, die Abwehr blockte wichtige Würfe und vorne erzielte Vanessa Brandt den letzten HSV-Treffer zum 21:26. Die letzten Sekunden gehörten ausschließlich dem Jubel. Der HSV ließ nichts mehr anbrennen und brachte den Derbysieg souverän nach Hause.
Der HSV Solingen-Gräfrath zeigte im Stadtduell eine starke Mannschaftsleistung, führte nahezu die gesamte erste Hälfte, überstand den kurzen Rückschlag vor der Pause und dominierte große Teile der zweiten Halbzeit.
HSV: Eckardt (16 Paraden, 1 Tor), Grewe; Heimann, Nikolic (2), Schwitzer (1), Pickrodt (2), Bomnüter, Müller (4), Fabisch, Spengler (3), Spatz (5), Gutzeit (1), Brandt (7, 4), Liebetrau


