Es war das erwartet intensive Nachbarschaftsduell, doch am Ende feierten nur die mitgereisten Solinger Fans. Nach einer nervösen Anfangsphase und einer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang sicherte sich der HSV Solingen-Gräfrath den prestigeträchtigen Sieg gegen die „Werkselfen“.
Der Start in die Partie verlief alles andere als nach Plan. Leverkusen erwischte den besseren Zugriff und zog schnell auf 4:0 (6. Minute) davon. Unsere Offensive tat sich gegen die robuste Deckung des TSV zunächst schwer, und auch das Aluminium verhinderte frühe Treffer.
Doch wer dachte, die Englische Woche hätte zu viel Kraft gekostet, sah sich getäuscht. Angeführt von einer treffsicheren Merit Müller (7-Meter zum 4:1) und der kampfstarken Deborah Spatz, kämpfte sich der HSV Tor um Tor zurück. In der 9. Minute markierte Spatz den Ausgleich zum 4:4. Von da an entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem sich Liv-Stine Eckardt im Tor mehrfach mit starken Paraden auszeichnete. Zur Pause nahmen wir eine knappe, aber verdiente 14:12-Führung mit in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel zündete der HSV den Turbo. Während Leverkusen versuchte, den Anschluss zu halten, zeigten sich die Mannschaft von Cheftrainer Jonas Schlender gnadenlos effektiv. Besonders Nele Spengler bewies an der 7-Meter-Linie Nerven aus Stahl und verwandelte 5 Strafwürfe sicher vom Punkt.
In der Defensive vernagelte nun Katja Grewe das Gehäuse. Ob gegen Denise Mol oder Lea Flohr, Grewe war in den entscheidenden Momenten zur Stelle. Als Frida Heimann in der 43. Minute zum 23:16 einnetzte, war der Widerstand der Gastgeberinnen gebrochen.
In der letzten Viertelstunde ließ das Team nichts mehr anbrennen. Hannah Gutzeit (starke drei Treffer in der Schlussphase) und Sophie Pickrodt schraubten das Ergebnis weiter in die Höhe. Auch die taktischen Umstellungen der Leverkusener Trainerin Sybille Gruner, inklusive mehrerer Torhüterwechsel, konnten den Solinger Lauf nicht mehr stoppen. Den Schlusspunkt unter eine geschlossene Mannschaftsleistung setzte erneut Nele Spengler mit dem Treffer zum 32:25-Endstand.
HSV: Eckardt, Grewe; Spatz (7), Spengler (6, 6), Gutzeit (5), Bomnüter (3), Pickrodt (3), Schwitzer (3), Müller (2), Fabisch (2), Heimann (1), Völker, Liebetrau, Brandt



