Zwei Derbys, zwei Siege. Nach dem triumphalen Erfolg gegen den BHC hat der HSV Solingen-Gräfrath 76 am Sonntagnachmittag nachgelegt. Beim TuS Lintfort feierte die Mannschaft von Trainer Jonas Schlender einen 32:24 (11:13)-Auswärtssieg. Dabei bewiesen die Gräfratherinnen echte Moral: Nach einer zerfahrenen ersten Halbzeit folgte eine furiose Leistungssteigerung im zweiten Durchgang.
In der stimmungsvollen Sporthalle Eyller Straße fanden die Gäste aus Solingen zunächst nur schwer in die Spur. Zwar konnten Nele Spengler und Hannah Gutzeit eine frühe 4:1-Führung (10. Minute) herausspielen, doch die Sicherheit fehlte. Lintforts Torhüterin Anita Poláčková erwies sich als harter Brocken und parierte unter anderem einen Siebenmeter gegen Deborah Spatz.
Technische Fehler und Pech im Abschluss, Sophie Pickrodt und Mia Bomnüter trafen lediglich das Aluminium, spielten den Gastgeberinnen in die Karten. Lintfort kämpfte sich zurück, glich zum 8:8 aus und übernahm kurz vor der Pause das Kommando. Mit einem 11:13-Rückstand ging der HSV sichtlich unzufrieden in die Kabine.
In der zweiten Halbzeit lief es für die Gräfratherinnen deutlich besser. Zwar erhöhte Lintfort direkt nach dem Seitenwechsel auf 15:11 (33.), doch das schien der finale Weckruf für die Rot-Weißen zu sein.
Ein entscheidender Faktor war der Torhüterinnenwechsel: Katja Grewe rückte zwischen die Pfosten und vernagelte in der Folgezeit regelrecht das Tor. Mit ihren Paraden gab sie der Abwehr die nötige Sicherheit. Offensiv übernahm nun Patricia Nikolić das Zepter. Gemeinsam mit der nervenstarken Vanessa Brandt, die ihre Siebenmeter sicher verwandelte, leitete sie die Wende ein. In der 41. Minute fiel der vielumjubelte Ausgleich zum 17:17.
Während Lintfort der Kraftaufwand der ersten Hälfte anzumerken war, zündete Gräfrath den Turbo. Ein 5:0-Lauf schraubte das Ergebnis auf 22:17 (45. Minute). Besonders Deborah Spatz und Nele Spengler wirbelten nun die gegnerische Abwehr durcheinander.
Kurios: Sogar Torhüterin Katja Grewe suchte den Abschluss und scheiterte zweimal nur hauchdünn am Pfosten und an der Latte. Den Schlusspunkt einer beeindruckenden zweiten Halbzeit setzte Patricia Nikolić mit der Sirene zum 32:24-Endstand.
„In der ersten Halbzeit haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht, aber die Reaktion nach der Pause war Klasse“, so der Tenor aus dem Trainer-Team.
Spielfilm: 1:0, 1:4, 8:8, 13:11 (HZ); 15:11, 17:17, 17:22, 22:30, 24:32 (Endstand).
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