Der ESV 1927 Regensburg verabschiedet sich mit einem 31:27(17:10)-Auswärtssieg bei HL Buchholz 08-Rosengarten in die WM-Pause. Durch den Zweier klettern die Bunkerladies auf Rang sieben der 2. Alsco Handball Bundesliga Frauen.
Für beide Mannschaften war es ein richtungweisendes Duell: Die weit gereisten Gäste aus der Oberpfalz wollten da Punkteverhältnis positiv gestalten und den Abstand zur Abstiegszone vergrößern, die Handball-Luchse den ersten Abstiegsplatz verlassen. Nach dem überzeugenden Heimsieg gegen das Spitzenteam aus Nürtingen hatten der ESV viel Selbstvertrauen getankt, war zu Beginn aber so gar nicht auf Ballhöhe. In der Abwehr zu passiv und offensiv mit einigen Fehlern – der Start war so fürchterlich wie das Wetter an diesem Abend im Süden Hamburgs. 1:4 hieß es nach sechs Minuten aus Regensburger Sicht und die „Luchsbau“ genannte Nordheidehalle tobte. Über eine verbesserte Abwehr – und dies obwohl mit Sophia Ewald und Milena Stürenburg beide Innenblockerinnen verletzt fehlten – kämpften sich die Bunkerladies zurück. Konsequent vorgetragene Schnellangriffe und viele gewonnene Zweikämpfe – auch bei Buchholz standen wichtige Abwehrspielerinnen nicht im Aufgebot – sorgten für einen 8:1-Lauf mit sieben verschiedenen Torschützinnen. Buchholz versuchte viel, unter anderem eine kurze Deckung gegen die starke Julika Birnkammer. Aber daraus entstanden Räume, die vor allem Melina Hahn und Maxie Fuhrmann mit gewonnen Eins-gegen-eins-Duellen nutzen konnten. Die 17:10-Pausenführung war dann schon ein gutes Polster, aber noch kein Ruhekissen.
Nach dem Seitenwechsel konnte sich Linksaußen Lucia Kollmer an alter Wirkungsstätte in die Torschützenliste eintragen. Die Trefferquote von den Flügeln war an diesem Abend aber fast durch die Bank nicht so gut, auch von der Torhüterposition kam im zweiten Durchgang zu wenig. Dennoch ließen die Gäste die Luchse nie näher als drei Treffer heran. Theresa Lettl und Franziska Peter waren mit ihren Toren aus dem Feld und dem Siebenmeterpunkt hauptverantwortlich für das Scoring nach Wiederanpfiff. Mit etwas mehr Geduld wäre auch noch ein deutlicherer Sieg möglich und auch fällig gewesen, letztendlich war der 31:27-Erfolg das, was zählt. Fun Fact: Ein missglückter Kempa-Pass sorgte am Ende dafür, dass das vierte Spiel in Folge der beiden Kontrahenten nicht wie die drei anderen Vergleiche mit 32:27 endete.
ESV-Trainer Bernhard Goldbach hatte unterschiedliche Gesichter seiner Mannschaft gesehen: 22 „sehr, sehr starken Minuten“ im ersten Durchgang standen die schlechte Anfangsphase und ein kurzer Durchhänger in der zweiten Hälfte gegenüber. „Da haben wir uns von der Hektik anstecken lassen. Insgesamt haben wir auch zu viele Möglichkeiten liegen lassen, aber dennoch verdient gewonnen.“ Für den Sportlichen Leiter Robert Torunsky waren es Big Points. „Spiele in Buchholz sind aufgrund der Atmosphäre und der langen Anreise nie einfach. Wir haben es uns es aber selbst phasenweise zu schwer gemacht, da müssen wir abgezockter und individuell auch konstanter in den Leistungen werden. Dennoch haben die mannschaftliche Geschlossenheit und die Wechselmöglichkeiten für den Sieg gesorgt.“ Die Zwischenbilanz mit 10:8 Punkten nach neun von 30 Spieltagen sah Torunsky sehr positiv. „Nach dem schwierigen Start in die Saison ist die Ausbeute klasse, vor allem da wir schon fünfmal auswärts gespielt haben.“ Die Auswärtsstärke sei die Basis, sich dauerhaft von der Abstiegszone fernhalten zu können. Weiter geht es für die Bunkerladies im Ligabetrieb erst am 20. Dezember mit dem Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Füchse Berlin.
ESV 1927 Regensburg:
Tor: Arno, Jaeschke
Feld: Birnkammer 7, Lettl 6/3, F. Peter 5/3, Hahn 5, Härtl, Feles je 2, Kollmer, Mustafic, S. Peter je 1 sowie Opitz und Kessler


