Es war kein handballerisches Feuerwerk, das die Zuschauer am ungewohnten Freitagabend in der Klingenhalle zu sehen bekamen. Doch nach 60 intensiven Minuten gegen die SG 09 Kirchhof stand ein verdienter 25:18-Erfolg zu Buche. Damit rehabilitiert sich der HSV Solingen-Gräfrath für die jüngste Auswärtsniederlage und festigt seinen Platz in der oberen Tabellenhälfte.
Die Partie begann zerfahren. Beiden Mannschaften war anzumerken, dass die Sicherheit im Spielaufbau fehlte. Dennoch erwischte unser HSV den besseren Start. Emma Schwitzer erzielte den ersten Treffer für den HSV zum 1:1. In der Folge entwickelte sich ein Spiel, das vor allem von Einzelaktionen und Kampf geprägt war.
Zwar konnte sich Solingen über 12:4 (22. Minute) und 13:5 (25.) absetzen, doch der letzte Funke wollte nicht auf die Tribüne überspringen. Kirchhof hielt mit viel Leidenschaft dagegen, profitierte aber auch von einer phasenweise lückenhaften Zuordnung in der Solinger Defensive. Mit einer 14:8-Führung ging es schließlich in die Kabinen, ein Polster, das zu diesem Zeitpunkt eher dem individuellen Klassenunterschied als einer spielerischen Dominanz geschuldet war.
Nach dem Seitenwechsel schien die Messe schnell gelesen. Der HSV kam konzentrierter aus der Kabine und zog durch Treffer von Vanessa Brandt und Deborah Spatz bis zur 40. Minute auf 18:13 davon. Fünf Tore Vorsprung, eigentlich die Vorentscheidung.
Doch wie schon in Waiblingen schlichen sich nun Unkonzentriertheiten ein. Technische Fehler und überhastete Abschlüsse luden die Gäste aus Nordhessen zu weiteren Toren ein. Kirchhof blieb dran und verkürzte auf 19:15 (44.). Plötzlich witterte der Aufsteiger wieder Morgenluft, und die Klingenhalle musste kurzzeitig um den Heimsieg bangen.
In der entscheidenden Phase bewiesen die erfahrenen Kräfte im Team jedoch kühlen Kopf. Katja Grewe, die erneut wichtige Paraden beisteuerte, gab der Abwehr den nötigen Rückhalt. Vorne sorgten Vanessa Brandt, Sophie Pickrodt und Mia Bomnüter dafür, dass der Vorsprung nicht weiter schmolz.
Über ein 24:17 (54.) steuerte der HSV schließlich auf den Endstand von 25:18 zu. Es war kein hochklassiges Spiel, sondern ein klassischer Arbeitssieg, bei dem am Ende die individuelle Qualität den Ausschlag gab.
„Schönheitspreise gibt es heute nicht, aber die zwei Punkte nehmen wir sehr gerne mit“, resümiert das Trainerteam. Nach dem Dämpfer am vergangenen Wochenende war es wichtig, vor heimischem Publikum wieder in die Erfolgsspur zu finden, auch wenn spielerisch noch Luft nach oben ist.
Dieser Sieg gibt den nötigen Rückenwind für die kommende Woche. Am Mittwoch wartet die logistische Mammutaufgabe: das Nachholspiel beim Rostocker HC. Mit 19:11 Punkten im Gepäck lässt sich die 500-Kilometer-Reise deutlich angenehmer antreten.
Statistik zum Spiel:
HSV Solingen-Gräfrath: Tor: Eckardt (1), Grewe; Feld: Brandt (4), Nikolic (4), Pickrodt (4), Gutzeit (3),Spengler (3/2), Spatz (2),Schwitzer (2), Bomnüter (2), Heimann, Külker, Müller, Kujovic, Fabisch, Liebetrau



