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TVB Stuttgart unterliegt dem Vizemeister nach Krimi

Am Sonntagnachmittag empfing der TVB Stuttgart die Füchse Berlin in der Porsche-Arena. Die WILD BOYS verlangten dem deutschen Vizemeister über 60 Minuten alles ab und kämpften sich in einer spannenden Schlussphase bis auf einen Treffer heran. Am Ende mussten sie sich vor 4.895 Zuschauern denkbar knapp mit 33:34 geschlagen geben.

Kasper Lien eröffnete die Partie nach etwas mehr als einer Minute und brachte den TVB mit 1:0 in Führung. Direkt im Anschluss parierte Mo El-Tayar den ersten Berliner Abschluss, ehe sich Simone Mengon im Gegenzug im Eins-gegen-Eins durchsetzte und auf 2:0 erhöhte. Der Stuttgarter Torhüter entschärfte wenig später zudem den ersten Siebenmeter der Gäste. Max Häfner nutzte den Schwung und stellte in der fünften Minute auf 3:0. In der Folge fanden die Füchse besser in die Begegnung. Zwei leichte Ballverluste der WILD BOYS ermöglichten den Gästen ihre ersten Treffer über das Tempospiel. Nach einer verbesserten Berliner Abwehrleistung erzielte Hakun West av Teigum in der zwölften Minute schließlich den Ausgleich zum 5:5. Auch danach begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Kai Häfner und Tobias Grøndahl trafen von der Siebenmeterlinie, sodass sich weiterhin kein Team absetzen konnte. Amin Darmoul und Kasper Lien sorgten mit sehenswerten Treffern für weitere Stuttgarter Akzente, während Welthandballer Mathias Gidsel zunehmend seine Mitspieler in Szene setzte. In der 24. Minute stand es folgerichtig 13:13. Nach einer Zeitstrafe gegen Samuel Röthlisberger geriet der TVB kurz darauf in Unterzahl, verteidigte diese Phase jedoch stark. Die WILD BOYS zwangen Berlin ins Zeitspiel, eroberten den Ball und hielten die Partie beim 15:15 ausgeglichen. Nach einer Auszeit stellten die Gäste im Angriff auf sieben Feldspieler um und erarbeiteten sich kurz vor der Pause einen knappen Vorteil. Beim Stand von 15:16 ging es in die Kabinen.

Zu Beginn der zweiten Hälfte forcierten die Füchse ihr Tempospiel und setzten sich beim 16:18 in der 33. Minute erstmals auf zwei Tore ab. Wenig später musste Patrick Zieker für zwei Minuten auf die Bank. El-Tayar parierte in Unterzahl jedoch bereits den zweiten Siebenmeter des Nachmittags und hielt die WILD BOYS in Schlagdistanz. Berlin gelang es nun häufiger, die Stuttgarter Defensive unter Druck zu setzen und Ballverluste konsequent über das Tempospiel zu bestrafen. In der 43. Minute führten die Gäste mit 22:26. Gleichzeitig bekamen beide Abwehrreihen immer weniger Zugriff auf die gegnerischen Angriffe. Der Abstand blieb deshalb zunächst bestehen, Amin Darmoul traf in der 50. Minute zum 26:30. Pünktlich zum Beginn der Crunchtime fiel der Videowürfel in der Halle aus, sodass die entscheidenden Minuten ohne sichtbare Anzeige fortgesetzt werden mussten. Die WILD BOYS ließen sich davon nicht beirren und starteten ihre Aufholjagd. Nach mehreren Ballgewinnen trafen Kai Häfner und Amin Darmoul, bevor Kai einen von Simone Mengon herausgeholten Siebenmeter sicher zum 31:32 verwandelte. Drei Stuttgarter Treffer in Folge zwangen Füchse-Trainer Nicolej Krickau in der 54. Minute zur Auszeit. In der Schlussphase entwickelte sich ein echter Handballkrimi. Berlins Lasse Ludwig parierte zwei wichtige Stuttgarter Abschlüsse, ehe Misha Kaufmann beim Stand von 32:34 seine letzte Auszeit nahm. Torben Matzken verkürzte anschließend auf 33:34. Auf der Gegenseite entschärfte Mateusz Kornecki in der letzten Minute wieder einmal einen Berliner Siebenmeter und eröffnete den WILD BOYS damit die Chance auf den Ausgleich. Wenige Sekunden vor dem Ende kam Darmoul noch einmal zum Schlagwurf, scheiterte jedoch am stark aufgelegten Ludwig. Somit blieb es beim knappen 33:34.

Der TVB verlangte dem Vizemeister über die gesamte Spielzeit alles ab und überzeugte mit einer stabilen Mannschaftsleistung. Einige kleine Fehler und die starke Schlussphase von Füchse-Torhüter Lasse Ludwig, der insgesamt 13 Paraden verbuchte, verhinderten einen verdienten Punktgewinn. Besonders Kasper Lien glänzte auf Stuttgarter Seite und verwandelte alle seine sieben Würfe. Kai Häfner war mit acht Treffern bester TVB-Torschütze. 

Weiter geht es für den TVB am Sonntag, den 13. September 2026, auswärts bei der MT Melsungen. Anwurf in der Rothenbach-Halle ist um 18:00 Uhr. Das nächste Heimspiel des TVB Stuttgart findet im DHB-Pokal am 24. September 2026 gegen den HC Erlangen in der SCHARRena statt. Hier gelangst Du zu den Tickets:

Kai Häfner (8), Kasper Thorsen Lien (7), Simone Mengon (5), Mohamed Amine Darmoul (4), Max Häfner (3), Torben Matzken (3), Patrick Zieker (3), Max Heydecke, Samuel Röthlisberger, Linus Schmid, Philipp Meyer, Malte Donker, Jakob Nigg, Mohamed El-Tayar, Mateusz Kornecki.

Stimmen

Misha Kaufmann:
„Aus meiner Perspektive haben wir ein paar freie Bälle verworfen, so wie sie auch. Ich denke, das große Problem hatten wir im Rückzug. Wir schaffen es nicht, diese schnelle Mitte, die zweite Welle, zu bremsen. Das war wahrscheinlich auch ihr Plan, relativ schnell einfache Tore zu machen. Weil wir ein bisschen gezwungen sind, uns fallen ja zwei Spieler auf dieser Position aus, mit Philipp Ahouansou, sodass wir nur einen Wechsel haben – deswegen haben wir in der zweiten Halbzeit auch zu früh auf das 7:6 zurückgegriffen. Das war eigentlich nicht geplant, dass wir 7:6 spielen, nicht wegen taktischer Sachen, sondern mehr wegen des Wechsels, dass wir nur einen Wechsel hinkriegen. Also dass wir mit Philip Meyerr schneller im Zentrum sind. Das hat dann besser funktioniert, ab dem 7:6 haben wir weniger Tore aus der zweiten Welle kassiert. Aber im gebundenen Spiel gegen sie haben wir, wie es Nikolaj gesagt hat, Gidsel einfach nie in den Griff gekriegt. Der hat zu einfach die Zweikämpfe gewonnen und hat immer das richtige Timing, um den Ball weiterzuspielen. Das macht es natürlich brutal schwer, die Kontrolle über ein Spiel zu erlangen. Deswegen lag die Kontrolle meines Erachtens in der zweiten Halbzeit eigentlich immer bei den Füchsen. Wir schaffen es dann mit ein, zwei Paraden vom Torhüter zwar wieder heranzukommen, aber in der Summe ist es schade. Heute wäre ein Punkt drin gewesen, mit dem letzten Wurf. Ich denke aber, die zwei Punkte für die Füchse sind auch nicht unverdient.“

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Nicolej Krickau:
„Erstmal Danke an Misha für das Spiel und an Stuttgart natürlich. Immer schön, schöne Atmosphäre hier in eurer unfassbaren Arena. Wir sind super glücklich mit den zwei Punkten. Wir haben uns schon vor dem Spiel gewusst, dass viele Mannschaften hier verlieren werden, und deswegen sind wir natürlich unfassbar froh mit den zwei Punkten. Sie waren genauso schwer zu kriegen wie erwartet. Über das große Ganze finden wir eigentlich – das kann sein, dass es anders ist, wenn ich die Analyse mache, aber unser Gefühl ist, dass wir 6-gegen-6 in der Abwehr okay standen. Wir waren am Ende ein bisschen undisziplinierter beim Entscheidungen treffen bei unseren Abschlüssen, aber im großen Ganzen ist unser Gefühl, dass es 6 gegen 6 okay war. Klar, wir haben uns auf den 7-gegen-6-Versuch vorbereitet, aber die Anzahl an Varianten, die Anzahl an Spielern bei Stuttgart, wie sie die Zweikämpfe gewinnen und mit welcher Smartness sie sich ausgerechnet Siebenmeter im 7 gegen 6 holen – das hatten wir, glaube ich, nie richtig im Griff. Das war einfach ein bisschen enttäuschend zu sehen, dass wir 6 gegen 7 weniger aktiv waren als 6 gegen 6. Aber das ist manchmal so, weil man unsicher wird wegen der Qualität des Gegners. Dessen ungeachtet sind wir natürlich, wie gesagt, super zufrieden, dass wir aus so einem Kampf mit zwei Punkten rausgehen. Ich finde eigentlich, dass wir okay waren – man hat nie richtige Kontrolle in Stuttgart, aber okay Kontrolle über viele Strecken in der zweiten Halbzeit. Aber klar, der 3:0-Lauf in, ich weiß nicht, fünf, sechs Minuten oder so, hat natürlich ein bisschen wehgetan. So war es hektisch am Ende, ohne Uhr, und ja, es ist, wie es ist, und deswegen sind wir auch nur froh, dass wir gewinnen. Und ich muss heute auch Mathias erwähnen. Noch mal eine unfassbare Leistung von ihm, obwohl er nicht immer mit Toren belohnt wird. Dafür kriegt er natürlich viele Siebenmeter, kreiert immer die Überzahl und kommt wieder und wieder. Dass er die Verantwortung so an den Tag legt, ist keine Überraschung, aber dass er so intensiv rennt, hat mich sehr gefreut. Danke, und viel Erfolg von hier aus natürlich auch an Stuttgart.“

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Kai Häfner:
„Ja, das tut schon weh, muss ich zugeben. Wir kriegen es gefühlt 50 Minuten nicht hin, gut zurückzulaufen und trotzdem bleiben wir im Spiel. Zum Schluss haben wir ein, zwei Szenen und Aktionen, die wir dann nicht perfekt machen, obwohl unsere Torhüter da zum Schluss wirklich auch drei, vier Siebenmeter halten und uns zurück ins Spiel bringen. Ja, sehr ärgerlich. Wir haben sogar den letzten Wurf wieder und kriegen es nicht hin, ’n Tor zu machen.“

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