Am Freitagabend empfing der TVB Stuttgart den Bergischen HC zum ersten Spiel der neuen Saison in der Porsche-Arena. In einer lange umkämpften Begegnung bewiesen die WILD BOYS in den entscheidenden Phasen die nötige Nervenstärke und feierten vor 4.017 Zuschauern einen knappen 30:29-Heimsieg.
Der TVB begann im Angriff mit vier Rückraumspielern, leistete sich jedoch direkt im ersten Angriff einen Ballverlust. Nachdem Neuzugang Mohamed El-Tayar zunächst die erste Parade der Partie verbucht hatte, nutzte Lukas Becher einen weiteren Stuttgarter Fehlpass und erzielte in der dritten Minute das 0:1. Kai Häfner sorgte vom Siebenmeterstrich für die ersten Treffer der WILD BOYS und stellte zunächst den 1:2-Anschluss sowie wenig später die Ausgleiche zum 2:2 und 3:3 her. In der zehnten Minute brachte Neuzugang Amin Darmoul den TVB mit dem ersten Stuttgarter Feldtor erstmals mit 4:3 in Führung. In der Folge entwickelte sich eine torarme Begegnung, die von zwei körperlich agierenden, aber fairen Abwehrreihen geprägt war. Nach 21 Minuten stand es 6:6, während El-Tayar zu diesem Zeitpunkt bereits drei Paraden gesammelt hatte. Anschließend nahm die Partie an Fahrt auf. Der TVB verteidigte offensiver, erzwang mehrere Ballgewinne und setzte sich erstmals ab. Zwei Steals verwertete Kasper Thorsen Lien konsequent über die rechte Außenbahn. Das Highlight der ersten Hälfte setzte Kapitän Patrick Zieker: Nach einem im Sprung abgefangenen Ball vollendete der Linksaußen per Kempa sehenswert über das gesamte Feld direkt ins verwaiste BHC-Tor und stellte in der 27. Minute auf 11:8. Mit einer 13:10-Führung verabschiedeten sich die WILD BOYS schließlich in die Kabine.
Auch nach dem Seitenwechsel sorgte die teils sehr offensive Stuttgarter Abwehr für Ballgewinne. Trotz einer Zeitstrafe gegen Lien und des daraus resultierenden Siebenmeters behauptete der TVB beim 17:14 in der 36. Minute seinen Drei-Tore-Vorsprung. Allerdings gelang es den WILD BOYS nicht immer, die eroberten Bälle auch in Treffer umzumünzen. Jakob Nigg blieb vor dem Tor fehlerfrei und erhöhte mit einem Doppelschlag auf 19:16 (41.). Drei Minuten später erzielte Neuzugang Malte Donker seinen ersten Treffer in der Opel HBL und zwang BHC-Trainer Arnór Þór Gunnarsson beim Stand von 20:16 zur Auszeit. Diese zeigte zunächst Wirkung. Leichte Ballverluste auf Stuttgarter Seite und ein vergebener Siebenmeter ermöglichten den Gästen die Rückkehr in die Partie. In der 49. Minute verkürzte der BHC auf 22:21 und sorgte damit für eine spannende Schlussphase. Nach einem Wechselfehler der Gäste stellte der TVB seine Abwehr erneut sehr offensiv bis an die Mittellinie. El-Tayar parierte zudem einen freien Wurf vom Kreis, während die WILD BOYS im Angriff die passende Antwort fanden. Angeführt von Jakob Nigg und Torben Matzken legte Stuttgart einen wichtigen 3:0-Lauf hin und setzte sich bis zur 52. Minute wieder auf 25:21 ab. Amin Darmoul erhöhte in der 56. Minute mit einem sehenswerten Schlagwurf auf 29:25. Nachdem Simone Mengon einen Siebenmeter herausgeholt hatte, verwandelte abermals Darmoul diesen in der 59. Minute sicher zum 30:27 und sorgte für die Vorentscheidung. Der Bergische HC kam in den letzten Sekunden zwar noch einmal bis auf ein Tor heran, konnte die Partie jedoch nicht mehr drehen. Somit feierten die WILD BOYS mit dem 30:29 den ersten Sieg der Saison.
Weiter geht es für die WILD BOYS am Mittwoch, den 2. September 2026, beim Handball Club Hamburg. Anwurf in der Barclays Arena ist um 19:00 Uhr. Das nächste Heimspiel steigt am Sonntag, den 6. September 2026, gegen die Füchse Berlin. Anwurf in der Porsche-Arena ist um 16:30 Uhr.
Kai Häfner (7), Jakob Nigg (5), Amin Darmoul (4), Kasper Thorsen Lien (4), Torben Matzken (4), Simone Mengon (3), Patrick Zieker (2), Malte Donker (1), Philipp Ahouansou, Max Häfner, Max Heydecke, Samuel Röthlisberger, Linus Schmid, Philipp Meyer, Mohamed El-Tayar, Mateusz Kornecki.
Stimmen zum Spiel
Misha Kaufmann:
„Schönen guten Abend und danke für die Glückwünsche. So kurz nach dem Spiel ist es ein bisschen schwierig, die richtigen Worte zu finden. Jeder weiß, dass ich gerne mit Faktoren arbeite: Wie bewertet man die Würfe und die Chancen, die man bekommt, im Angriff wie in der Verteidigung? Da sehe ich heute eine riesige Lücke zwischen unserer und ihrer Ausbeute. Wir werfen 14 freie Bälle weg, inklusive drei Siebenmetern. Das hält sie im Spiel, und genau das ist das Gefährliche. Sie waren immer dran, auf drei, vier, fünf Tore, und dann kommt die Phase, in der man auch in der Halle merkt: Das Spiel könnte kippen. Sie haben heute sehr viele gute Torhüterparaden bekommen, bei wirklich guten Chancen. Woran müssen wir arbeiten? Es war ein typisches erstes Spiel. Alles ein bisschen verkrampft, man steht sich selbst auf den Füßen, wahrscheinlich auf beiden Seiten. Man weiß in dem Moment noch nicht so richtig, wo man steht. Deswegen sind wir jetzt natürlich froh über diese zwei Punkte. Die sind wichtig für uns und lösen den Knoten für den Saisonstart ein Stück weit. Dem BHC wünsche ich eine gute Heimreise und alles Gute für die internationalen Partien.“
Arnór Þór Gunnarsson:
„Einen schönen Abend zusammen. Erst mal Glückwunsch an Stuttgart zu einem umkämpften Sieg. Ich habe das gerade schon in der Kabine gesagt: Ich muss das mit auf meine Kappe nehmen. Mir ist ein Wechselfehler unterlaufen, und zwar genau in der Phase, in der wir vielleicht hätten drankommen können. Beim Stand von -2 den Umschwung zu schaffen und auszugleichen – das hat uns gefehlt. Stattdessen sind sie wieder auf +4 weggezogen. In der ersten Halbzeit hatten wir zu viele technische Fehler. Dass wir mit drei Toren hinten liegen, liegt daran, dass wir im 7-gegen-6 dreimal ins leere Tor bekommen. Ansonsten war die Abwehrleistung sehr gut, wir haben viele Sachen weggenommen, und die Jungs haben das gerade in der Zweikampfführung sehr gut umgesetzt. In der zweiten Halbzeit war Stuttgart dann immer diese zwei, drei, vier Tore vorne. Wir hätten eine Phase gebraucht, um näher heranzukommen, dann wäre sicherlich etwas möglich gewesen. Mit der Entwicklung sind wir insgesamt sehr zufrieden. Im vergangenen Jahr hatten wir in diesem Spiel keine Chance und haben hoch und deutlich verloren. Jetzt treffen wir auf eine noch stärkere Mannschaft und halten es eng. Schade, aber wie gesagt: Das geht auf mich. Die Jungs haben sehr gut gefightet, und am Ende gewinnt Stuttgart verdient.“
Malte Donker:
„Das erste Spiel ist immer schwer. Wir freuen uns einfach, dass wir mit zwei Punkten in die Saison gestartet sind, gerade zu Hause und mit einem guten Gefühl. Es hat noch nicht alles gepasst, aber am Anfang zählt erst mal der Sieg. Die Abwehr stand phasenweise wirklich gut, und im Angriff haben wir es auch ordentlich gemacht. Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch, aber es war das erste Spiel – der Rest kommt. Wir haben genug Zeit, müssen aber nächste Woche schon wieder alles auf die Platte bringen.“




