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ThSV Eisenach in Torlaune

Einem 38:33-Erfolg über Ligakonkurrent HSG Wetzlar folgte ein 39:23-Kantersieg im Testspiel über Zweitbundesligist HSC Coburg

„Ich war sehr angetan von der Art und Weise des Auftritts des ThSV Eisenach mit ganz viel Energie und Geschwindigkeit. Uns ist es sehr schwergefallen, Wettkampfmodus und Wettkampftempo zu finden. Mit seiner aggressiven Abwehr im zweiten Abschnitt haben die Eisenacher viele Ballgewinne erzielt, sind Gegenstöße gelaufen und haben uns eine hohe Niederlage beigefügt“, konstatierte Jan Gorr, der Manager des Zweitbundesligisten HSC Coburg 2000. Sein Team, die Vorsaison auf Platz 9 im deutschen Handballunterhaus abschließend, kam gerade aus einem Trainingslager und bestritt sein erstes Testspiel. Der HSC Coburg hatte seinen torgefährlichen Neuzugang Savvas Savvas dabei. Dieser deutete sein Potential an. Sven Weßeling, Neuzugang vom TuS Nettelstedt-Lübbecke, fehlte noch.  Nicht mehr im Kader des HSC Coburg steht Mikael Helmerson, in der Vorsaison mit 190 Treffern Platz 2 der Torjägerliste der 2. Handballbundesliga. Eigengewächs Janis Pavels Valkovskis wechselte zum TBV Lemgo Lippe. In den Reihen des HSC Coburg wirkte Marks Lilienfelds, 19-jähriger Sohn des einstigen Eisenacher Rückraumspielers Girts Lilienfelds (2008 bis 2015 in der Wartburgstadt), mit. Papa Lilienfelds wertete mit seinem im Rückraum agierenden Sohn die Partie gleich nach dem Abpfiff aus. 

Der ThSV Eisenach überrollte die Oberfranken nach dem Seitenwechsel regelrecht. Die zweite Halbzeit ging mit 23:9 an die Wartburgstädter. Bei der Schluss-Sirene leuchtete ein 39:23 auf der Anzeigetafel der Reinhard-Kupietz-Halle in Meiningen. Nahezu 500 Zuschauer, darunter Fans aus beiden Lagern, hatten reichlich Spaß, verabschiedeten beide Teams mit viel Beifall. Erfolgreichste Werfer für den ThSV Eisenach waren Kreisspieler Peter Walz mit 8 sowie die Rückraumspieler Vukasin Antonijevic und Felix Aellen mit je 5 Treffern. Vukasin Antonijevic und Felix Aellen hatten sich die Aufgaben des Spiellenkers geteilt. Für den HSC Coburg wurde Kreisspieler Nils Röller mit 6 Treffern notiert. Ihn bekam Eisenachs Defensive nicht unter Kontrolle. 

„In der Defensive arbeiteten wir über 60 Minuten recht ordentlich. Zum Ende der ersten Halbzeit unterliefen uns einige Fehler, agierten wir fahrig. Nach dem Seitenwechsel haben wir das abgestellt, zogen ein sehr gutes Tempospiel auf. Auch in diesem Vorbereitungsspiel haben wir einiges gelernt“, bilanzierte Sebastian Hinze, der Coach des ThSV Eisenach. Ihm standen die noch verletzten Elias Scholtes, Jannis Schneibel und Bastian Freytag nicht zur Verfügung. Dominik Solak bestritt nach seiner auskurierten Verletzung in der Hand sein zweites Testspiel. „Ich bin froh, wieder auf der Platte zu stehen“, erklärte der tschechische Rückraumspieler. Beide jungen Linkshänder, Maarten Elwert und Marec Stupka, kamen erneut zum Einsatz, beteiligten sich an der Trefferausbeute.  „Mit diesem Testspiel können wir durchaus zufrieden sein. In der zweiten Halbzeit haben wir konzentriert in Abwehr und Angriff agiert, unsere Führung schnell ausgebaut. Natürlich dürfen wir auch dieses Testspiel nicht überbewerten“, unterstrich Eisenachs Felix Aellen. Nach dem Weggang von Philipp Meyer wird die beste Besetzung für den Deckungs-Innenblock gesucht. Hier spielten beim Test in Meiningen mal Dominik Solak und Justin Kurch, mal Tillman Leu und Justin Kurch, aber auch Tillman Leu und Oskar Joelsson. 

„Im ersten Testspiel waren Abstimmungsprobleme in der Abwehr zu sehen, fehlte die Aggressivität. Gegen Coburg war das schon besser. Insbesondere in der zweiten Halbzeit. Wir haben clever verteidigt, erzielten Ballgewinne, zwangen die Coburger zu technischen Fehlern. Wir werden weiter intensiv arbeiten, um uns weiter zu verbessern“, erklärte Eisenachs rechter Rückraumspieler Stephan Seitz. 

„Zum Ende der ersten Halbzeit hatten wir ein paar Probleme. Nach dem Seitenwechsel stockten wir unseren Vorsprung schnell auf, auch wenn wir einige gute Torchancen ausgelassen haben. Mats Gruppe hat etliche Bälle gehalten, trug dazu bei, dass wir im zweiten Abschnitt nur 9 Gegentore kassiert haben. Eine gute Abwehr beruht freilich auf einer guten Teamleistung“, befand Eisenachs Linkshänder Gian Attenhofer. 

Zum Spielverlauf

Treffsicherer Capitano Peter Walz 

Die Eisenacher, mit Felix Montebovi auf Links- und Moritz Ende auf Rechtsaußen, Dominik Solak, Felix Aellen und Stephan Seitz im Rückraum, Peter Walz am Kreis und Matija Spikic im Tor startend, waren sofort auf Betriebstemperatur. Nach Doppelpacks von Dominik Solak und Peter Walz hieß es nach 10 Minuten 8:3. Nach Ballgewinnen wurde sofort zum Gegenstoß geblasen. Mitte der ersten Halbzeit kamen Aleksandar Capric und Vukasin Antonijevic im Rückraum, übernahm Tillman Lei die Kreisposition. Tillman Leu versenkte zum 13:8 (21.). Stephan Seitz markierte nach Durchbruch auf der rechten Seite das 14:9 (22.). Der an den Kreis der Gäste gewechselte körperlich präsente Nils Röller bereitete Eisenachs Abwehr erhebliche Probleme. Die Eisenacher selbst verhaspelten sich, sodass der HSC Coburg bis auf zwei Treffer verkürzen konnte. Marks Lilienfelds markierte den 14. Treffer für den Zweitligisten, sodass es beim Stand von 16:14 zu den Pausengetränken ging. Für beide Teams, die sicher amtierenden Referees Paul Kijowsky und Lukas Strüder, sowie Zeitnehmer und Sekretär Volker Krempel und Christian Krech – und natürlich auch die Zuschauer. Der ESV Lok Meinigen hatte für erfrischende Getränke und Schmackhaftes vom Grill gesorgt. 

Schmankerl: Kempatreffer zwischen David Móré und Gian Attenhofer 

Die Wartburgstädter forcierten nach Wiederanpfiff das Tempo, setzten in der Deckung im Zusammenspiel mit dem ins Tor gewechselten Neuzugang Mats Gruppe den fränkischen Angriff nahezu matt. Nach dem 20:16 (36.) sahen die Coburger kein Land mehr. Per Trickwurf besorgte Felix Aerllen das 22:17 (39.). Der torhungrige ThSV-Kapitän Peter Walz erhöhte auf 24:18 (41.). ThSV-Keeper Mats Gruppe kaufte auch Savvas Savvas das Leder ab. David Móré stibitzte sich den Ball und traf per Gegenstoß zum 25:18 (42.). Einzig Nils Röller nutzte gute Anspiele zum Kreis, um für den HSC Coburg einzunetzen. Der fliegende Oskar Joelsson versenkte zum 27:20 (46.). Die Schützlinge von Sebastian Hinze waren so richtig in Spiel- und Torlaune. Sie öffneten die Trickkiste: David Móré bediente von Linksaußen den von Rechtsaußen in den Kreis fliegenden Gian Attenhofer zum 30:21 (49.). Na klar, dafür gab es prassenden Applaus! Tatendurstig und torhungrig, Vukasin Antonijevic narrte die gegnerische Abwehr gleich mehrfach, wie beim 33:22 (54.) und 34:22 (56.). Maarten Elwert und Marec Stupka schlossen erfolgreich ab. ThSV-Keeper Mats Gruppe, mehrfach mit Sonderbeifall bedacht, ließ nur noch einen einzigen Gegentreffer zu. Oskar Joelsson, Marec Stupke und Vukasin Antonijevic trafen zum 39:23-Endstand. Die Oberfranken waren froh, nicht noch den 40. Gegentreffer zu kassieren. 

Statistik

ThSV Eisenach: Spikic (1.HZ), Gruppe (2.HZ), Heinevetter; Joelsson (3), Capric, Attenhofer (2), Walz (8), Móré (2), Ende, Aellen (5/2), Solak (2), Antonijevic (5), Seitz (3), Kurch. Elwert (2), Montebovi (1), Stupka (2), Leu (3)

HSC Coburg: Boukovinas (1.HZ), Apfel (2.HZ); Bis (3), Savvas (3), Planinsek (3), Belbey, Krone (3/1), Knauer (1), Röller (6), Schindler (1), Lilienfelds (2), Schartl (1)

Siebenmeter: ThSV Eisenach 2/2 – HSC Coburg 1/3

Zeitstrafen: ThSV Eisenach 1 x 2 Min. – HSC Coburg 0

Schiedsrichter: Kijowsky/ Strüder

Zuschauer: 482 in Meiningen (Reinhard-Kupietz-Halle)

Th. Levknecht 

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