Mensing nicht zu stoppen
Die MT Melsungen hat am 31. Spieltag der DAIKIN Handball-Bundesliga einen Heimsieg gefeiert. Gegen den ThSV Eisenach gewannen die Nordhessen 37:34 (20:15).
Ein kleines Torfestival war das am Samstagabend in Kassel. Der 37:34 (20:15)-Erfolg gegen den thüringischen Nachbarn ThSV Eisenach schmeckte der MT Melsungen besonders gut. Weil Lemgo parallel in Flensburg unterlag, zog die Mannschaft von Trainer Roberto Garcia Parrondo punktemäßig mit den Ostwestfalen gleich und übt nun mehr denn je Druck aus im Fernduell um den sechsten Tabellenplatz. Gegen Eisenach war Aaron Mensing mit zehn Toren nicht zu stoppen.
Wild ging es los in der ausverkauften Rothenbach-Halle. Die zahlreich mitgereisten Eisenacher Fans und der Anhang der MT machten ordentlich Bambule auf den Rängen. Die Mannschaften auf der Platte standen dem in nichts nach. Jeder Angriff ein Treffer, hüben wie drüben, abgesehen von Florian Drostens Siebenmeter in der ersten Aktion, den er über das Tor platzierte (2. Minute).
Danach war der Schlagabtausch eröffnet. Bis zum 5:5, das Drosten nun erfolgreich aus sieben Metern beisteuerte (7.), saßen sämtliche Versuche. Dann zeichnete sich erstmals Nebojsa Simic aus, und Dainis Kristopans sorgte im Gegenzug für die erste MT-Führung an diesem Abend – 6:5 (9.). Und fortan übernahmen die Gastgeber zusehends das Kommando. Dafür waren vor allem zwei Profis verantwortlich: Simic sowie der eingewechselte Mensing.
Nach dessen Hereinnahme setzte sich die MT Stück für Stück ab. Beeindruckend, wie Mensing reihenweise den Ball aus der zweiten Reihe im Eisenacher Kasten versenkte. Nach 30 Minuten standen bei ihm sieben Treffer bei sieben Würfen. Und genauso schön sein Zuspiel auf Kristopans, der auf 16:10 stellte (24.). Der Deutsch-Däne war es auch, der für den 20:15-Pausenstand sorgte.
Der zweite Abschnitt begann noch torreicher als der erste. 17 Treffer in gut zehn Minuten, und klar: Mensing mischte fleißig mit. Sein Knaller zum 28:24 war sein zehnter Treffer (41.). Wahnsinn. Allerdings gab es unter den Gästen ebenfalls einen Akteur, der Spaß am Torewerfen fand. Felix Aellen führte sein Team heran, und nach dessen elftem Treffer stand es plötzlich 29:28 (45.). Alles wieder offen.
Spätestens jetzt war richtig Musik drin in dieser Partie. Ein Kampfspiel. Es wurde hart, zum Beispiel, als Peter Walz übel gegen Mensing einstieg – dafür gaben die Unparteiischen zwei Minuten, was die heimischen Fans noch mehr zum Kochen brachte. Wie heißt es so passend: hitziges Derby. Als der überragende Simic höchstpersönlich ins verwaiste ThSV-Tor zum 33:30 traf (51.), gab es gar kein Halten mehr.
Timo Kastening, David Mandic und Arnar Freyr Arnarsson legten nach – 36:31 (55.). Die MT hatte das Geschehen nun wieder im Griff, zumal Simic nicht damit aufhörte, Eisenacher Angriffe zu entzaubern. Mit Mandics Treffer zum 37:33 (58.) war diese intensive Begegnung entschieden. Und MT-Fans hatten den Mann des Abends schnell gefunden: Aaron Mensing.
Stimmen
Roberto Garcia Parrondo: „Wir haben heute ein sehr offensives und attraktives Handballspiel gesehen. Und natürlich bin ich mit dem Sieg sehr zufrieden. Allerdings lief es der Abwehr nicht so, wie wir uns das vorgenommen hatten. Jetzt ist erst mal eine kleine Pause. Ich hoffe, dass die Nationalspieler gesund zurückkommen.“
Sebastian Hinze: „Glückwunsch an die MT. Der Sieg geht in Ordnung, die MT war diese drei Tore besser. Wir haben heute viele gute Situationen gesehen. Ich ärgere mich über die eine oder andere vergebene Chance. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir Druck ausgeübt und uns herangearbeitet.“
Statistik
MT Melsungen: Simic (1 Tor / 15 Paraden / 33 Gegentore), Palasics (0 P. / 1 G. bei einem Siebenmeter); Marchan 3, Balenciaga 2, Mandic 4, Sipos, Kristopans 6, Ignatow, Drosten 5/3, Stefansson 1, Arnarsson 2, Forsell Schefvert, Mensing 10, Guardiola, Darmoul, Kastening 3 – Trainer Roberto Garcia Parrondo.
ThSV Eisenach: Spikic (4 Paraden / 27 Gegentore), Gorobtschuk (2 P. / 10 G.); Joelsson 3, Reichmuth 3, Capric, Attenhofer 2, Walz 1, Ende 3, Aellen 14/6, Antonijevic 1, Seitz 5, Kurch 1, Büchner, Saul, Leu 1 – Trainer Sebastian Hinze.
Schiedsrichter: Christan vom Dorff (Kaarst) / Fabian vom Dorff (Kaarst). Spielaufsicht: Kay Holm.
Zeitstrafen: 2 – 6 Minuten (Forsell Schefvert 59:51 – Leu 22:49, Walz 48:44, Kurch 51:20)
Strafwürfe: 4/3 – 7/6 (Drosten übers Tor 1:19 – Simic hält Wurf von Aellen 23:51)
Zuschauer: 4.500 in der Rothenbach-Halle, Kassel (ausverkauft)
Spielstände: 0:1 (2.), 5:5 (7.), 8:6 (13.), 11:8 (17.), 16:10 (24.), 18:14 (28.), 20:15 (30.) HZ – 20:16 (31.), 25:21 (37.), 29:28 (45.), 33:30 (51.), 36:33 (57.), 37:34 (60.) Endstand.
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