In der Schlussphase ist bei den Mittelhessen der Wurm drin, so dass sie die Partie beim Tabellendritten TBV Lemgo Lippe mit 25:28 verlieren.
Keine weihnachtliche Bescherung für die HSG Wetzlar, obwohl die Überraschung tatsächlich möglich gewesen wäre. Die Mittelhessen haben am 2. Weihnachtsfeiertag ihr Auswärtsspiel in der Handball-Bundesliga beim Tabellendritten TBV Lemgo Lippe mit 25:28 (14:16) verloren und gehen damit als Tabellenvorletzter in die Winterpause.
Der Spielverlauf
Es lief anfangs gut für die Gäste. Stefan Cavor setzte im Angriff Akzente, in der Defensive konnten sich die Grün-Weißen auf Torwart Anadin Suljakovic verlassen. Der Lohn: Eine 8:6-Führung nach 14 Minuten. Doch in der Folge wurde der Auftritt der Wetzlarer etwas fehlerbehafteter. Die Gastgeber, die auf ihren Toptorschützen Tim Suton kurzfristig verzichten mussten, fanden über eine gute, vor allem im Zentrum sehr massive Abwehr ins Spiel und setzten sich in der 27. Minute auf 14:11 ab. Zur Pause lag der Tabellendritte mit 16:14 vorne.
Nach Wiederbeginn schien es zunächst so, als könnten die Lipperländer die Partie mehr und mehr auf ihre Seite ziehen. Niels Versteijnen traf zum 18:14 (33.). Doch wie schon am vergangenen Sonntag gegen Eisenach weckte dieser Vier-Tore-Rückstand zu Beginn des zweiten Durchgangs plötzlich die HSG-Spieler auf. Sie kämpften leidenschaftlich und kamen schnell wieder heran. Nach dem 18:19 verpassten sie noch den Ausgleich, der dann aber beim 20:20 in der 41. Minute durch den bärenstarken Stefan Cavor gelang. Alles war wieder offen. Lemgo legte nun stets einen Treffer vor, die HSG glich aus. Als beim 23:23 Versteijnen verwarf, ergab sich für die Wetzlarer die Chance, zum ersten Mal nach dem 9:8 wieder in Führung zu gehen. Doch es gelang nicht. Nach einem weiteren Fehlwurf des TBV hatten die Mittelhessen noch einmal die Möglichkeit vorzulegen, doch ihnen unterlief ein weiterer technischer Fehler. Diese leichten Patzer waren es, die die Überraschung letztlich verhinderten. Denn insgesamt leisteten sich die Gäste 14 technische Fehler und vergaben zudem in der Schlussphase gute Möglichkeiten. Weil sie zudem ab Mitte des zweiten Durchgangs zu oft im Abwehrzentrum wichtige Eins-gegen-eins-Duelle verloren, zog der TBV Lemgo Lippe den Kopf noch aus der Schlinge. Cavor erzielte mit seinem zehnten Tagestreffer beim 25:25 in der 53. Minute das letzte Wetzlarer Tor des Abends. Danach enteilten die Blau-Weißen – stellenweise in doppelter Überzahl – auf 28:25 90 Sekunden vor dem Ende und hatten die Partie damit entschieden.
Das sagt Trainer Rúnar Sigtryggsson
„Wir waren heute nicht gut genug, um einen Sieg einzufahren. Stefan Cavor hat ein gutes Spiel gemacht, Anadin Suljakovic war in der zweiten Halbzeit ein guter Rückhalt. So hatten wir immer wieder gute Phasen, aber eben nicht über die komplette Spielzeit. Ich bin mit unserem Angriff und unserem Tempospiel nicht zufrieden, Lemgo war in der Rückzugsphase aber auch sehr konzentriert und hatte uns mit ihrer Deckungsarbeit gut im Griff. Mit unserer Abwehr bin ich über weite Strecke einverstanden, aber vorne haben wir einfach Einiges vermissen lassen. Mir hat gefallen, dass wir gekämpft haben und uns nie aufgegeben haben. Das müssen wir mit ins neue Jahr nehmen. Wir dürfen nicht vergessen, dass Lemgo nicht irgendeine Mannschaft ist, sondern ein Spitzenteam.“
Der Ausblick
Für die HSG Wetzlar beginnt nun die Winterpause. Am 12. Januar 2026 startet wieder das Mannschaftstraining, allerdings ohne die bei ihren Nationalmannschaften weilenden Anadin Suljakovic, Stefan Cavor, Josip Simic und Ahmed Nafea. Am Mittwoch, 11. Februar 2026 (19 Uhr), findet das erste Bundesliga-Spiel statt. Gegner in der Buderus Arena sind dann die Füchse Berlin. Sitzplatzkarten sind nur noch wenige vorhanden, Stehplatzkarten gibt es noch reichlich. Online unter tickets.hsg-wetzlar.de oder auf der HSG-Geschäftsstelle in der Buderus Arena, die ab dem 5. Januar 2026 wieder geöffnet ist.
Das Stenogramm:
Lemgo Lippe: Möstl (8 Paraden), Kastelic (31. bis 42./ohne Parade) – Hutecek (6), Theilinger (1), Zehnder (2/2), Mudrow (2), Simak (1), Schagen (4), Carstensen, Willecke (5), Versteijnen (6), Wagner (1), Faust.
Wetzlar: Suljakovic (8 Paraden), Pantel (n.e.) Hendaway (22. bis 30./1 Parade) – Grahovac, Vistorop (2), Mappes (4), Simic, Ahouansou (4), Akakpo (3), Schoch, Weimer, Müller, Löwen, Zacharias, Cavor (10), Nafea (2).
Schiedsrichter: Köppl/Regner (Frankfurt/Nieder-Olm) – Zuschauer: 4520 (ausverkauft) – Zeitstrafen: 6:10 Minuten.



