Die HSG Wetzlar ist nah dran, bei Frisch Auf Göppingen zu punkten, steht nach dem unglücklichen 30:31 aber mit leeren Händen da.
Die HSG Wetzlar hat einen bitteren Donnerstagabend erlebt. Nicht etwa, weil die Leistung nicht gestimmt hätte – ganz im Gegenteil. Bei Frisch Auf Göppingen bestätigten die Mittelhessen ihre derzeit gute Verfassung und standen dicht davor, zumindest einen Punkt mitzunehmen. Doch am Ende verhinderten Kleinigkeiten den Lohn für einen starken Auftritt. Mit 30:31 (14:14) unterlagen die Grün-Weißen und verpassten es, im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga gegenüber der Konkurrenz, die erst am Freitag im Einsatz ist, vorzulegen.
Der Spielverlauf
Die Partie verlief über weite Strecken völlig ausgeglichen. „Wenn man die 60 Minuten betrachtet, wäre ein Unentschieden gerecht gewesen“, brachte es Göppingens Trainer Ben Matschke auf den Punkt. Seine Mannschaft lag im ersten Durchgang meist knapp vorne – nach 15 Minuten mit 7:5, kurz vor der Pause noch mit 14:12. Doch den Gästen gelang es, bis zum Seitenwechsel auszugleichen.
Nach Wiederbeginn erarbeitete sich die HSG Wetzlar leichte Vorteile und lag nach dem Treffer von Ahmed Nafea zum 24:21 in der 49. Minute erstmals mit drei Toren vorne. Eine Überraschung lag in der Luft. Frisch Auf Göppingen, das mit einer Bilanz von 13:3 Punkten aus den vergangenen acht Spielen in die Begegnung gegangen war, geriet ins Wanken.
Doch die Hausherren hatten einen Spieler in ihren Reihen, der in der Schlussphase groß auftrumpfte. Kreisläufer Ludvig Jurmala erzielte fünf Treffer in den letzten zehneinhalb Minuten. Die Wetzlarer Deckung bekam den Schweden nicht mehr in den Griff.
Trotzdem blieb alles offen. Auch Philipp Ahouansou drehte in der Schlussphase noch einmal auf und war unter anderem für das 28:26 fünfeinhalb Minuten vor dem Ende verantwortlich. Pech hatte der Tabellen-16. beim Wurf von Niklas Theiß: Der Ball sprang an die Unterkante der Latte, überquerte die Linie aber nicht. Es wäre das mögliche 30:28 gewesen.
Stattdessen glich Göppingen im direkten Gegenzug aus und ging exakt 75 Sekunden vor Schluss erstmals seit der 32. Minute wieder in Führung (30:29). Die HSG Wetzlar versuchte noch einmal alles, doch ein Stürmerfoul brachte den Hausherren den Ballbesitz zurück. Oskar Neudeck machte wenige Sekunden vor Schluss mit seinem Treffer zum 31:29 alles klar. Den Gästen gelang kurz vor der Sirene nur noch der Anschlusstreffer. Nach einer starken Leistung verließen sie das Feld dennoch mit hängenden Köpfen.
Das sagt Trainer Rúnar Sigtryggsson
„Wir haben in der Abwehr direkt gut in die Partie gefunden, aber unser Angriffsspiel war noch etwas zu langsam. Das haben wir nach 15 Minuten in den Griff bekommen, dann war es ein ausgeglichenes Match. Wir hätten gewinnen können, aber wir kriegen das Sieben gegen sechs von Frisch Auf nicht gut verteidigt. Ich weiß nicht, ob Jurmala schon einmal so viele Tore für Göppingen geworfen hat. Er hat es richtig gut gemacht, aber wir hätten das besser verteidigen müssen. So kam Göppingen noch einmal zurück ins Spiel. Wir haben dann unter anderem Pech mit einem Lattentreffer und stehen am Ende mit leeren Händen da. Wir dürfen aber nicht die Köpfe hängen lassen und müssen mitnehmen, was gut war, und aus den Fehlern lernen. Dann können wir im nächsten Heimspiel wieder zwei Punkte holen.“
Der Ausblick
Im Handball steht nun eine Länderspielpause an. Für die HSG Wetzlar geht es deshalb erst in zwei Wochen im Ligabetrieb weiter. Am Samstag, 23. Mai 2026, gastiert um 19 Uhr der HC Erlangen in der Buderus Arena. Sitzplatztickets sind für diese Partie bereits vergriffen. Stehplatzkarten gibt es weiterhin online unter tickets.hsg-wetzlar.de oder auf der HSG-Geschäftsstelle in der Buderus Arena.
Das Stenogramm
Göppingen: Buchele, Säveras, Lewe (n.e.) – Neudeck (1), Klöve (6), Goßner, Hofele, Brodbeck, Persson (3), Schiller (6/4), Jurmala (9), Sunnefeldt (2), Lastro (2), Newel (1), Hanne (1).
Wetzlar: Suljakovic, Pantel (n.e.), Palicka – Vistorop (n.e.), Kirschner (6/1), Mappes (3), Theiß (3), Simic (3), Ahouansou (4), Akakpo (n.e.), Schoch (1), Müller (4), Spandau, Löwen (n.e.), Cavor (1), Nafea (5).
Schiedsrichter: Kauth/Kolb (München/Gröbenzell) – Zuschauer: 4800 – Zeitstrafen: 6:4 Minuten.
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