Sigtryggsson: „Eigentlich fehlen nur die Punkte“
Egal, welchen Namen die Heimspielstätte der SG Flensburg-Handewitt auch trägt, sie bleibt für die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar nicht einnehmbar. In der GP Joule Arena, die früher auch schon Flens-Arena und Campushalle hieß, unterlagen die Mittelhessen mit 31:35 (17:20). Der Tabellenzweite baute damit seine stolze Siegesserie gegen die Wetzlarer aus. Die Norddeutschen haben zu Hause noch nie einen Punkt gegen die Grün-Weißen abgegeben. Am Freitagabend wäre das aber tatsächlich möglich gewesen.
Der Spielverlauf
Die Gäste gingen personell geschwächt in dieses Duell. Jona Schoch machte die weiteste Auswärtsfahrt der Saison wegen einer leichten Fußverletzung erst gar nicht mit. Justin Müller reiste zwar mit, meldete sich am Vormittag allerdings krankheitsbedingt ab und blieb im Hotel. Doch auch ohne das Rückraumduo starteten die Wetzlarer couragiert und führten nach 14 Minuten mit 8:7. Doch danach riss kurzzeitig der Faden im Angriffsspiel der Grün-Weißen. Gut zehn Minuten lief wenig zusammen. Zu viele Fehler reihten sich aneinander. Fehler, die man sich gegen das Spitzenteam von der Förde nicht erlauben darf. Der Tabellenzweite zog rasend schnell auf 16:10 davon (23.). HSG-Trainer Rúnar Sigtryggsson war gezwungen, bereits seine zweite Auszeit zu nehmen und seine Schützlinge wieder neu zu justieren. Das gelang. Bis zur Pause kämpften sich die Gäste auf drei Treffer heran.
Nach Wiederbeginn wurde es sogar noch besser. Erst traf Cyrill Akakpo zum 21:22, Sekunden später hatte der Rechtsaußen sogar die Chance zum Ausgleich, doch der Ball sprang nach einem Pass von Josip Simic so unglücklich auf, dass der Ex-Potsdamer das Spielgerät bei einem Tempogegenstoß nicht unter Kontrolle bringen konnte. Den Flensburgern war die hohe Belastung der vergangenen Wochen anzumerken. Der Europa-League-Teilnehmer tat sich ungewohnt schwer, zog aber immer wieder den Kopf aus der Schlinge. Und er hatte mit Benjamin Buric einen Torwart, der für seine Vorderleute nicht selten in die Bresche sprang. Der Ex-Wetzlarer kam am Ende auf 18 Paraden. Stellenweise hielt der Bosnier wirklich prächtig, manchmal waren die Abschlüsse der Wetzlarer aber auch einfach nicht gut genug. Die Domstädter hatten Pech, als Josip Simic beim Stand von 24:26 (46.) einen klaren Siebenmeter nicht bekam und die Hausherren im Gegenzug wieder auf 27:24 erhöhten. Doch das Ligaschlusslicht von der Lahn blieb dran. 27:29 hieß es nach 50 Minuten, 28:30 nach 52 Minuten. Der Favorit wirkte nervös. Aber die HSG Wetzlar konnte es nicht ausnutzen. In den entscheidenden Momenten schlichen sich technische Fehler ein oder aber scheiterten die Angreifer an Benjamin Buric. Als Simon Pytlick 140 Sekunden vor dem Ende den Ball zum 34:29 ins gegnerische Gehäuse hämmerte, war die Partie entschieden. „Irgendwie fehlt uns die letzte Überzeugung oder aber auch das Spielglück“, haderte Cyrill Akakpo nach dem Schlusspfiff. Nicht nur er wusste, dass beim Tabellenzweiten tatsächlich mehr möglich gewesen wäre.
Das sagt Trainer Rúnar Sigtryggsson
„Meine Mannschaft ist heute gut mit Rückschlägen umgegangen und hat das Spiel lange offengehalten. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, dass die Partie nicht noch enger war. Trotz 35 Gegentoren bin ich mit unserer Abwehr zufrieden – vor allem mit dem Deckungszentrum. Hier haben wir Kleinigkeiten umgestellt, was die Jungs gut umgesetzt haben. Palle war gut im Tor. Grundsätzlich lief vieles gut. Eigentlich fehlen nur die Punkte.“
Der Ausblick
Am Sonntag, 8. März 2026, steht das Hessenderby in der Buderus Arena an. Die HSG Wetzlar empfängt um 16:30 Uhr die MT Melsungen. Für diese Partie gibt es nur noch Stehplatzkarten. Diese sind entweder online unter tickets.hsg-wetzlar.de oder auf der HSG-Geschäftsstelle in der Buderus Arena erhältlich.
Das Stenogramm
Flensburg-Handewitt: Buric (18 Paraden), Haidu (n.e.), Kevin Möller (n.e.) – Pytlick (2), Golla (5), Kirkelökke (4), Rithaphorn (n.e.), Grgic (7/2), Faljic, Horgen (3), Volz (10/1), Jakobsen (n.e.), Knutzen (n.e.), Blagotinsek, Novak, Lasse Möller (4).
Wetzlar: Suljakovic (bei einem Siebenmeter), Palicka (13 Paraden), Hendawy (n.e.) – Vistorop, Kirschner (2/1), Mappes (1), Theiß (4), Simic (4), Ahouansou (9), Akakpo (4), Spandau (n.e.), Löwen (2), Cavor, Nafea (4).
Schiedsrichter: Cesnik/Konrad (Gummersbach) – Zuschauer: 6300 (ausverkauft) – Zeitstrafen: 4:8 Minuten.



