HSG Wetzlar erkämpft sich beim 29:26 zu Hause gegen den HC Erlangen zwei ganz wichtige Punkte im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga.
Die HSG Wetzlar hat am Samstagabend das Heimspiel gegen den HC Erlangen mit 29:26 (14:12) gewonnen und damit zwei ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga geholt. Endgültig gerettet sind die Mittelhessen noch nicht. Aber zwei Spieltage vor Schluss haben die Grün-Weißen zwei Punkte mehr auf dem Konto als GWD Minden – und dazu das deutlich bessere Torverhältnis.
Der Spielverlauf
Von Beginn an war klar, dass den Gastgebern diese Partie nicht leicht von der Hand gehen würde. Der Druck, der auf dem Tabellen-16. lastete, war in vielen Aktionen zu spüren. Erlangen musste zwar auf wichtige Spieler verzichten, kam aber im Angriff gut in die Partie. Mittelmann Sander Overjordet organisierte die Offensive gekonnt. Ihn bekamen die Wetzlar in den ersten 20 Minuten nicht unter Kontrolle. Immer wieder war der Norweger Ausgangspunkt gelungener Aktionen. Deswegen lagen die Franken bis zum 10:9 (20.) zumeist immer knapp vorne. Doch Trainer Rúnar Sigtryggsson reagierte goldrichtig. Der Isländer stellte die Abwehr um – ein Schachzug, der voll aufging und das das Spiel maßgeblich veränderte. Die Grün-Weißen agierten mit einer 5:1-Deckung. Philipp Ahouansou spielte den Part auf der weit vorgezogenen Spitze und schränkte Overjordet in seinem Tatendrang massiv ein. Wären die Gastgeber konsequenter mit ihren Chancen umgegangen und hätten etwas mehr Ruhe in ihren Offensivaktionen gehabt, die Führung wäre zur Pause schon deutlicher ausgefallen als mit zwei Treffern (14:12).
Nach Wiederbeginn setzte sich die Dominanz der Domstädter fort. Vor allem die Außenspieler Ahmed Nafea und Cyrill Akakpo zeigten sich treffsicher. Dazu setzten Justin Müller und Philipp Ahouansou immer wieder wertvolle Akzente. Müller war es, der beim 23:17 in der 48. Minute die deutlichste Führung des Abends herauswarf. Doch es wurde noch einmal eng. Der HC Erlangen blieb dran, die Grün-Weißen kamen ins Nachdenken. Beim 24:26 dreieinhalb Minuten vor Schluss verkürzte der HCE auf zwei Treffer. Doch jetzt drehte Niklas Theiß auf. Der Linkshänder bereitete das Tor von Josip Simic zum 27:24 vor und traf jeweils zum 28:25 und 29:26 selbst. Der Sieg war eingetütet. Die Freude der 4251 Zuschauer in der fast ausverkauften Buderus Arena kannte keine Grenzen.
Das sagt Trainer Rúnar Sigtryggsson
„Ich bin sehr glücklich über die zwei Punkte. Wir wussten, dass die Erlanger personell angeschlagen sind. Trotzdem haben sie es geschafft, dass das Spiel bis zum Ende eng geblieben ist. Wir haben es aber geschafft und waren in den wichtigen Momenten da. Jetzt brauchen wir noch zwei Punkte, um endgültig sicher zu sein.“
Der Ausblick
Wieder steht eine Pause an. Wegen des Final Four der European League am kommenden Wochenende findet das nächste Spiel der HSG Wetzlar erst am 4. Juni statt. Dann treten die Mittelhessen beim HSV Hamburg an. Das letzte Match der Saison findet dann am Sonntag, 7. Juni 2026, in der Buderus Arena gegen den seit Donnerstag als Deutscher Meister feststehenden SC Magdeburg statt. Die Partie wird um 15 Uhr angepfiffen und ist nahezu ausverkauft. Es gibt nur noch wenige Stehplatzkarten.
Das Stenogramm
Wetzlar: Suljakovic (bei drei Siebenmetern), Palicka (8 Paraden) – Vistorop (n.e.), Kirschner (1/1), Mappes, Theiß (4), Simic (3), Ahouansou (8), Akakpo (4), Schoch, Müller (3), Spandau, Löwen, Cavor (1), Nafea (5).
Erlangen: Ghedbane (14. bis 34./1 Parade), Herceg (3 Paraden) – Kos, Yannik Bialowas, Overjordet (1), Scheerer (1), Firnhaber, Bissel (6/4), Metzner (6), Lochman (1), Buck (3), Steinert (3), Olsson (2), Gebala (2), Sehnke (n.e.), Lucca Bialowas (1).
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