Vor 4125 Zuschauern in der Buderus Arena trennen sich die Mittelhessen 31:31 vom TVB Stuttgart
Am Ende wusste niemand, ob er sich über das 31:31 (16:16) freuen oder doch ärgern soll. Die Spieler des TVB Stuttgart haderten, weil sie den letzten Angriff der Partie nicht gut ausspielten. Die Akteure der HSG Wetzlar schüttelten den Kopf, weil sie gerade in der Schlussphase mehrere Chancen verpasst hatten, diesem im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga enorm wichtigen Spiel die entscheidende Wende zu geben. So blieb es bei einem Punkt, mit dem sich die Mittelhessen bis auf einen Zähler ans rettende Ufer heranschoben, doch schon am Sonntag können die Konkurrenten aus Leipzig und Minden nachlegen.
Der Spielverlauf
Es entwickelte sich an Gründonnerstag von Beginn an eine enge Partie, in der es beiden Abwehrreihen nur selten gelang, die gegnerische Mannschaft effektiv zu stellen. Die HSG Wetzlar gefiel mit einem variablen, dynamischen Angriffsspiel, schaffte es aber eben viel zu selten, die Stuttgarter in ihren Offensivbemühungen zu kontrollieren. Auch wenn die Hausherren viel Einsatz zeigten, immer wieder schafften es die im Eins-gegen-eins enorm starken Schwaben den Ball so zu transportieren, dass ein Akteur frei zum Abschluss kam. So lag der Tabellenzwölfte fast über die gesamte Partie in Führung. Im ersten Durchgang erarbeitete sich der TVB mehrmals einen Zwei-Tore-Vorsprung (4:2, 7:5, 9:7), doch nach einigen gelungenen Abwehraktionen lag in der 26. Minute auf einmal die HSG Wetzlar mit 15:13 in Front. Die über 4000 HSG-Fans jubelten, doch die Grün-Weißen konnten das Momentum nicht nutzen. Zur Pause stand es unentschieden.
So eng und ausgeglichen ging es im zweiten Durchgang weiter. Zwar zogen die Stuttgarter in der 41. Minute auf 23:20 davon, doch beim 26:26 (50.) erzielte Dominik Mappes den erneuten Ausgleich. Nun war es ein Hin und Her. Knapp vier Minuten vor dem Ende warf Josip Simic die Hausherren beim 30:29 in Front. Stuttgart egalisierte postwendend durch Simone Mengon. Die HSG hatte die Chance, wieder vorzulegen. Doch der Druck, der auf den Wetzlarern in diesem „Muss-Spiel“ lag, war bis an die Decke der Buderus Arena zu spüren. Es gelang kein guter Abschluss, so dass die Schwaben exakt 110 Sekunden vor dem Ende wieder in Ballbesitz kamen und durch den Ex-Wetzlarer Lenny Rubin erneut vorlegten. In der Schlussminute holte HSG-Linkshänder Stefan Cavor einen Siebenmeter heraus, den Tristan Kirschner nervenstark zum 31:31 verwandelte. Die Uhr zeigte eine Restspielzeit von 40 Sekunden. Die Grün-Weißen verteidigten mit allem, was sie hatten, und zwangen Rubin zu einem letzten Wurf, den Anadin Suljakovic aber parierte. Zwar wechselte der Ballbesitz noch einmal und die HSG nahm eine Auszeit. Doch angesichts von nur zwei Sekunden bis Spielende, reichte es nicht mehr, eine gefährliche Möglichkeit herauszuspielen. So blieb es beim Remis.
Das sagt Trainer Rúnar Sigtryggsson
„Für uns war es wichtig, ein anderes Gesicht als am vergangenen Wochenende in Mannheim zu zeigen. Heute haben wir gegen diese starke Eins-gegen-eins-Mannschaft den Kampf gezeigt. Das war wichtig. Es entwickelte sich ein intensives Spiel, es ging um Kleinigkeiten. Beim Stand von 27:27 verwerfen wir leider einen Siebenmeter und lassen uns den Ball im Tempogegenstoß noch klauen. Das war ärgerlich. Aber wir sind insgesamt einen Punkt näher an die Nicht-Abstiegsplätze herangerückt. Das nehmen wir mit.“
Der Ausblick
Am Wochenende nach Ostern tritt die HSG Wetzlar beim VfL Gummersbach an, der am Donnerstagabend mit 39:30 beim Bergischen HC gewann. Die Oberbergischen befinden sich mitten im Kampf um die direkte Champions-League-Qualifikation. Die Partie wird am Samstag (11. April 2026) um 20 Uhr angepfiffen.
Das Stenogramm
Wetzlar: Suljakovic (ab 48.), Palicka – Vistorop (n.e.), Kirschner (7/1), Mappes (7/1), Theiß (4), Simic (2), Ahouansou (5), Akakpo, Schoch, Müller (1), Spandau (1), Löwen, Cavor (2), Nafea (2).
Stuttgart: Kornecki (48. bis 54.), Vujovic – Max Häfner (3), Serradilla, Lien (3), Snajder, Simone Mengon (5), Röthlisberger, Schmid, Matzken (3), Zieker (3), Kai Häfner (6/4), Rubin (8), Nigg (n.e.).
Schiedsrichter: Hellbusch/Jansen (Trebur) – Zuschauer: 4125 – Zeitstrafen: 10:6 Minuten – Disqualifikation: Nafea (Wetzlar) wegen der dritten Zeitstrafe (45.).



