Nach dem guten Auftritt gegen Stuttgart folgt beim VfL Gummersbach wieder eine schwache Leistung, die in einer 24:32-Niederlage mündet.
Die Berg- und Talfahrt der HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga setzt sich fort. Nach der überzeugenden Leistung am vergangenen Spieltag gegen den TVB Stuttgart zeigte der Tabellenvorletzte am Samstagabend beim VfL Gummersbach insbesondere im ersten Durchgang erneut eine schwache Vorstellung und unterlag mit 24:32 (8:17). Das Vorhaben, zumindest mit einem guten Gefühl aus dem Duell mit dem formstarken Tabellenvierten zu gehen, misslang. Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt bei noch sechs ausstehenden Partien weiterhin nur einen Punkt.
Der Spielverlauf
Von Beginn an fanden die Mittelhessen kaum Lösungen gegen die Abwehr des VfL Gummersbach. Zudem scheiterten sie immer wieder am stark aufgelegten Torwart Dominik Kuzmanovic, der seine herausragende Form der vergangenen Wochen auch am Samstagabend bestätigte. So blieben die Gäste nur bis zum 4:6 (10.) in Schlagdistanz, mussten anschließend jedoch abreißen lassen.
Zwar hatten sie in der Anfangsviertelstunde auch Pech mit zwei Würfen an die Unterkante der Latte, insgesamt war die Offensivleistung jedoch zu schwach, um den VfL ernsthaft in Gefahr zu bringen. Zumal sich der Altmeister auch ohne den verletzten Julian Köster auf seine Offensivstärke verlassen konnte. Miro Schluroff erzielte allein im ersten Durchgang fünf Treffer, zudem setzte Regisseur Ludvig Hallbäck immer wieder Akzente – profitierte dabei allerdings häufig von zu wenig Gegenwehr. Sein Treffer zum 15:7 (26.) bedeutete die erste Acht-Tore-Führung der Partie, zur Pause lagen bereits neun Treffer zwischen beiden Teams.
Nach Wiederbeginn änderte sich zunächst wenig an den Kräfteverhältnissen. Beim 22:11 durch Kay Smits in der 39. Minute betrug der Vorsprung des zwölffachen Deutschen Meisters erstmals elf Tore. Aus Sicht der HSG Wetzlar gab es in der Folge immerhin noch zwei positive Aspekte.
Zum einen gelang es den Grün-Weißen, die Niederlage am Ende auf acht Treffer Differenz zu begrenzen. Da im Saisonendspurt möglicherweise das Torverhältnis über den Klassenerhalt entscheidet, war es wichtig, in den letzten 20 Minuten noch etwas Ergebniskosmetik zu betreiben.
Zum anderen feierte Stefan Cavor einen persönlichen Meilenstein. Das Tor zum 14:23 war sein 1000. Treffer im Trikot der HSG Wetzlar. Damit hat der Rekordtorschütze, der Ende 2024 ebenfalls in einem Duell gegen den VfL Gummersbach Nebojsa Golic als bisherigen Top-Goalgetter der Grün-Weißen abgelöst hatte, eine weitere Bestmarke erreicht. Zum Feiern war dem Montenegriner allerdings nicht zumute. Jubeln durfte am Ende ausschließlich der VfL Gummersbach, der seine beeindruckende Siegesserie auf zehn Erfolge ausbaute und weiter von der direkten Qualifikation zur Champions League träumen darf.
Das sagt Wetzlars Trainer Rúnar Sigtryggsson
„Wir hatten uns das ganz anders vorgestellt und wollten uns vor allem kämpferisch anders präsentieren. Wir wussten aus den letzten Spielen, dass Gummersbach in der ersten Viertelstunde oft schon vorentscheidend davonzieht und wollten das unbedingt vermeiden. Das ist uns überhaupt nicht gelungen. Wir müssen das aber nun schnell abhaken. Wir haben in zwei Wochen eine wichtige Partie gegen den Bergischen HC. Das ist für uns ein weiteres Endspiel, wie gegen Leipzig, in Minden oder gegen Stuttgart. Wir stecken jetzt die Köpfe zusammen, wie wir gegen den BHC bestehen können und holen dann hoffentlich zwei Punkte.“
Der Ausblick
Am kommenden Wochenende findet das Final Four um den DHB-Pokal statt, die Handball-Bundesliga pausiert entsprechend. Das nächste Spiel bestreitet die HSG Wetzlar am Sonntag, dem 26. April, um 15 Uhr in der heimischen Buderus Arena gegen den Bergischen HC. Für diese wichtige Partie sind keine Sitzplatzkarten mehr verfügbar. Stehplatztickets gibt es weiterhin online unter tickets.hsg-wetzlar.de oder auf der Geschäftsstelle in der Buderus Arena.
Das Stenogramm
Gummersbach: Kuzmanovic, Obling (ab 49.) – Vidarsson (3), Kodrin (1), Vujovic (2/2), Blohme (2), Häseler (n.e.), Einarsson (1), Schluroff (5), Halbäck (9), Mahé (1), Horzen (1), Kiesler, Smits (6), Zeman (1).
Wetzlar: Suljakovic (bei zwei Siebenmetern), Palicka (1) – Vistorop (2), Kirschner (2/1), Mappes (5/3), Theiß (2), Simic, Ahouansou (1), Akakpo (2), Schoch, Müller (1), Spandau, Löwen, Cavor (3), Nafea (5).
Schiedsrichter: Bärmann/Bärmann (Landau/Lampertheim) – Zuschauer: 4132 (ausverkauft) – Zeitstrafen: 4:10 Minuten.



