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Andreas Palicka über Mentalität, Teamgeist und seine Mission bei der HSG Wetzlar

von HSG Wetzlar
13. März 2026
in 1. Bundesliga Männer
Andreas Palicka über Mentalität, Teamgeist und seine Mission bei der HSG Wetzlar

Andreas Palicka genießt einen Café in der Wetzlarer Altstadt und spricht mit Arne Wohlfarth, dem Geschäftsleiter für Medien & Kommunikation der HSG Wetzlar, über die aktuelle Lage der Mittelhessen. Foto: Emily Diehl/HSG Wetzlar

„Für uns geht es jetzt um einen Titel – und der heißt Klassenerhalt“

Andreas Palicka ist seit genau einem Monat Teil der HSG Wetzlar. Der schwedische Torhüter hat in seiner Karriere schon nahezu alles erlebt, was der internationale Handball zu bieten hat. Mit 39 Jahren bringt er nicht nur Erfahrung aus mehr als zwei Jahrzehnten Profisport mit, sondern auch eine klare Haltung: Ruhe bewahren, zusammenstehen und nach vorne schauen. In einer sportlich schwierigen Phase soll Palicka den Grün-Weißen bis zum Saisonende Stabilität geben – mit Paraden im Tor und mit seiner Persönlichkeit in der Kabine. Im Interview spricht der Europameister von 2022 über Drucksituationen, Mentalität und darüber, warum für ihn gerade jetzt der Teamgedanke entscheidend ist, wenn es um den Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga geht.

Palle, bevor wir über den Sport reden, lass uns über die Welt sprechen. Wie sehr machst Du Dir in diesen Tagen Gedanken über die Krisen der Welt?

Andreas Palicka: Das ist natürlich eine große Frage, aber die Antwort ist eigentlich ziemlich einfach. Natürlich mache ich mir Gedanken über die Entwicklungen auf der Welt. Ich finde es schade, wie sich vieles entwickelt. Es ist keine Situation, in der man sich gerade wohlfühlt. Dazu kommt: Man kennt durch den Sport viele Menschen auf der ganzen Welt. Ich habe über meine Karriere ein riesiges Netzwerk aufgebaut, Freunde und Bekannte in vielen Ländern. Und einige von ihnen haben momentan ein deutlich schwierigeres Leben als wir hier. Das beschäftigt mich schon. Ich hoffe, dass die Welt sich zusammenreißt und wieder ein besserer Ort wird.

Du hast an vielen Orten schon gelebt. Wo hast Du Dich außerhalb Deiner Heimat am wohlsten gefühlt?

Andreas Palicka: Eigentlich haben wir uns überall wohlgefühlt. Das Abenteuer in Paris zum Beispiel war ein ganz anderes Leben als zuvor in Deutschland. Das war eine wertvolle Erfahrung, trotzdem hat Deutschland für mich einen noch größeren Stellenwert. Meine Kinder sind in Deutschland aufgewachsen. Ich habe großen Respekt vor diesem Land und auch sehr viel Liebe dafür entwickelt. Ich mag die Struktur hier. Manchmal kann die Bürokratie natürlich ein bisschen nervig sein (lacht). Aber das gehört eben dazu. Ich habe die Ordnung und die Verlässlichkeit in Deutschland immer sehr geschätzt. Und auch die Menschen. Es dauert manchmal ein bisschen länger, bis man sie richtig kennenlernt. Aber wenn man einmal Freundschaften aufgebaut hat, dann sind diese auch sehr stabil und tief. Als Familie haben wir in Deutschland unglaublich viele Freunde gefunden. Egal ob in Kiel oder in Heidelberg, wo wir gewohnt haben, als ich Spieler der Rhein-Neckar Löwen war. Überall gibt es Menschen, die uns begleiten werden, und das ist etwas sehr Wertvolles. Deutschland hat deshalb einen großen Platz in meinem Herzen.

Lass´uns über den Sport sprechen. Wie bewertest Du die aktuelle Situation der HSG Wetzlar?

Andreas Palicka: Das ist natürlich ein großes Thema. Ich blicke auf die Situation ein bisschen anders als die Spieler oder Verantwortlichen, die schon die ganze Saison über dabei waren. Vielleicht ist das sogar ein Vorteil, weil ich so noch ein paar andere Dinge wahrnehme. Natürlich ist die Situation ernst, wenn man über den Abstieg spricht oder wenn man immer wieder hört, dass jetzt ein Spiel kommt, das unbedingt gewonnen werden muss. Aber ehrlich gesagt: Ich bin seit 20 Jahren Profi und für mich war jedes Spiel ein „Muss-Spiel“. Das darf uns als Profis nicht belasten. Ich habe in meiner Karriere meistens um Titel gespielt. Für uns geht es jetzt bei der HSG Wetzlar auch um einen Titel – und dieser Titel heißt Klassenerhalt.

Dieser „Titelgewinn“ ist bei zehn ausstehenden Spielen noch machbar, aber ganz sicher brauchen wir dafür einen langen Atem.

Andreas Palicka: Ich habe keine Zeit, lange darüber nachzudenken, wie schwierig die Lage ist. Als ich hier angekommen bin, habe ich meine ganze Energie darauf verwendet, die Jungs kennenzulernen, mich als Mensch einzubringen und der Mannschaft Sicherheit sowie neue Energie zu geben. In den ersten drei Spielen haben wir das auch ordentlich hinbekommen. Wir haben zwar nur einen Punkt geholt, aber die Energie und der Kampf waren zu spüren. Wir sind weitgehend als Einheit aufgetreten – egal ob die Situation positiv oder negativ war. Dann hatten wir leider den Ausrutscher gegen Melsungen. Das Ergebnis ist eine Sache, aber vor allem die Leistung lag unter unserem Niveau. Nicht nur spielerisch, sondern auch in dem, was wir von uns selbst erwarten. Darüber haben wir in den vergangenen Tagen intensiv gesprochen.

Wie bringst Du Dich in diese Gespräche ein? Gehst Du aktiv auf Deine Mitspieler zu oder wartest Du eher ab und schaust, ob Du gefragt wirst?

Andreas Palicka: Das ist immer ein Balanceakt. Wenn man neu in eine Mannschaft kommt, muss man auch verstehen, dass dort bereits Strukturen bestehen. Ich habe schnell gespürt, dass sich alle gefreut haben, dass ich gekommen bin – der Klub, die Spieler und der Trainer. Ich habe auch gespürt, dass mir gegenüber ein gewisser Respekt besteht. Mir war wichtig, von Beginn an zu sagen: Wir können es nur gemeinsam schaffen. Es geht darum, dass wir eine Familie aufbauen. Für mich war jede Mannschaft in meiner Karriere wie eine zweite Familie. Ich werde also nicht derjenige sein, der ständig vorne steht und allen sagt, was sie tun sollen. Natürlich habe ich viel Erfahrung und sehe vielleicht manche Dinge anders. In der Situation, in der wir uns befinden, ist entscheidend, dass wir beisammenbleiben. Die Jungs können Handball spielen – das steht außer Frage. Entscheidend ist, dass wir füreinander kämpfen, uns gegenseitig unterstützen und gemeinsam auftreten. Dann wird man auch freier im Spiel. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich etwas sagen muss, dann mache ich das – manchmal direkt, manchmal im persönlichen Gespräch. Aber immer situationsabhängig. Ich will authentisch sein, egal ob es gut läuft oder schlecht. Mein Ziel ist vor allem, der Mannschaft als Torwart, aber auch mental zu helfen. Aus den taktischen Überlegungen halte ich mich heraus. 

Du warst vier Jahre aus der Bundesliga weg. Wie erlebst Du die Liga gerade?

Andreas Palicka: Die Bundesliga ist wieder stärker geworden. Es gab eine Phase, in der viele Weltklassespieler woanders aktiv waren – in Barcelona, Kielce, Veszprém, Paris oder Skopje. Heute sind viele wieder zurück, was dazu führt, dass die Top-6 der Bundesliga sehr stark sind. Das Besondere an der Bundesliga ist aber die Breite. Es gibt wenig Unterschiede zwischen den Mannschaften. Das macht die Liga so schwierig und zu einem Erlebnis für jeden Handballer. Es gibt keine leichten Spiele in der Bundesliga. Du wirst immer herausgefordert. Das ist schon cool und genau das, was man haben will. Denn du brauchst immer hundertprozentigen Fokus.

Ist das etwas, was Du Deinen Mitspielern auch weitergibst?

Andreas Palicka: Ja. Denn das muss man lernen – und man muss es lieben. Leistung ist keine Garantie. Lebensfreude ist keine Garantie. Alleine schafft man nicht viel, man braucht die Nebenleute. Man muss sich trauen, im Team über Dinge zu sprechen, die nicht gut laufen, oder auch einmal zuzugeben, dass man Hilfe benötigt. Das habe ich meine ganze Karriere lang gemacht. Ich bin offen, ich interessiere mich für meine Mitspieler, und wir bauen gemeinsam etwas auf.

Du hast jetzt vier Spiele mit der Mannschaft absolviert. Was lief aus Deiner Sicht gut, was hätte besser laufen können?

Andreas Palicka: Es waren vier sehr unterschiedliche Spiele. In Hannover war es für mich schwierig, weil ich vorher nur ein Training mit der Mannschaft hatte. In der ersten Halbzeit haben wir in der Abwehr überraschend stabil gestanden. In der zweiten Halbzeit haben wir dann taktisch etwas umgestellt und plötzlich Probleme bekommen. Man hat da auch ein grundlegendes Problem gesehen, was angesichts des Saisonverlaufs auch normal ist: Wenn etwas schiefgeht, gehen die Köpfe schnell runter. Darüber haben wir direkt in einer Auszeit im zweiten Durchgang gesprochen. Für mich ist das ein zentraler Punkt. Egal wie das Ergebnis ist: Wir dürfen den Kopf nicht hängen lassen. Wir müssen uns Selbstvertrauen erarbeiten. Und man erarbeitet sich das gemeinsam in der Abwehr. 45 Minuten lang war unsere Leistung in diesem Spiel eigentlich gut. Da war durchaus etwas drin.

Dann kam das direkte Duell gegen Leipzig …

Andreas Palicka: Da habe ich schon im Vorfeld gespürt, dass viele nur über Druck gesprochen haben. Es hieß überall: Das müssen wir gewinnen. Ich habe versucht, dagegenzuarbeiten, aber die Jungs waren so angespannt, dass wir in den ersten 20 Minuten unsere Leistung nicht abgerufen haben, vor allem in der Abwehr. Danach haben wir uns ins Spiel zurückgekämpft und am Ende einen Punkt gewonnen. So sehe ich das. In diesem Spiel waren wir nicht besser als Leipzig, aber der Punkt war wichtig für unsere Köpfe. 

In Flensburg lief es wirklich gut …

Andreas Palicka: In Flensburg haben wir dann meiner Meinung nach unser bestes Spiel gemacht. Vielleicht, weil wir dort freier aufgespielt haben. Niemand hat von uns etwas erwartet. Flensburg ist eine der schwierigsten Auswärtshallen in Europa. Ich habe dort früher mit Kiel auch schon mit zehn Toren verloren. Trotzdem haben wir dort gezeigt, wie wir eigentlich spielen wollen. Wir hatten eine stabile Abwehr, Tempogegenstöße und zweite Welle waren auch in Ordnung. Aber eines der grundlegenden Probleme in Flensburg, aber auch in Hannover oder gegen Leipzig, war, dass wir zu viele klare Chancen vergeben haben. Natürlich sprechen wir über gute Torhüter-Leistungen, aber es lag auch an uns. Wenn du in solchen Spielen 16 bis 18 Würfe liegen lässt, wird es natürlich schwer, Punkte mitzunehmen.

Über Melsungen hast Du ja eben schon einmal kurz gesprochen. Da lief nicht viel zusammen …

Andreas Palicka: Das war ein wichtiger Lernmoment für uns. Es war ein Derby, wir hatten Hoffnung, aber Melsungen hat uns von der ersten Sekunde an mit all seiner Erfahrung und Cleverness bestraft. Sie haben uns richtig auseinandergespielt. Ich habe in diesem Derby viel über die Gruppe gelernt. Darüber haben wir in den vergangenen Tagen viel gesprochen. Daraus müssen wir lernen für die nächsten Wochen. Es geht um den mentalen Status, wie wir in jedes Spiel hineingehen und wie dein Körper auf verschiedene Momente reagiert.

Wie lassen sich die mentalen Themen in der Kürze der Zeit positiv entwickeln?

Andreas Palicka: Grundsätzlich brauchen solche Prozesse natürlich Zeit. Aber es geht um ganz einfache Dinge, beispielsweise wie wir uns gegenseitig unterstützen können, wie wir uns helfen, dass jeder in jedem Spiel an seine beste Leistung herankommt. Mittlerweile haben wir genug Eindrücke und auch statistische Daten gesammelt, um zu sehen, wie wir in verschiedenen Situationen reagieren. Mit diesen Erfahrungen kann man arbeiten.

Wie bewertest Du Deine eigenen Leistungen bisher?

Andreas Palicka: Ich bin grundsätzlich sehr selbstkritisch. Nach dem Spiel gegen Melsungen war ich zum Beispiel sehr unzufrieden mit mir. Da waren zu wenige Paraden dabei. Die Abwehr und ich haben in dieser Partie keine Zusammenarbeit gefunden. In den drei Spielen davor war es in Ordnung. Ich glaube, ich hatte immer um die elf oder zwölf Paraden. Natürlich kann das immer mehr sein. Ich nehme auch viel Verantwortung auf mich, weil ich damit umgehen kann. Man darf aber auch nicht vergessen: Das Zusammenspiel zwischen Torwart und Abwehr braucht Zeit. Das Vertrauen muss sich entwickeln. Ich muss ein Gefühl dafür kriegen, wie die Spieler auf bestimmte Situationen reagieren. Es gab in allen Spielen auch viele freie Würfe gegen mich. Teilweise haben wir bewusst Würfe von den Außenpositionen zugelassen. Da liegt die Trefferquote normalerweise bei 80 Prozent. Deshalb ist die Bewertung nicht ganz so einfach. Ich weiß, dass noch mehr Leistung in mir steckt. Aber ich arbeite auch hier intensiv daran, dass ich eine gute Gesamtleistung zusammen mit der Mannschaft hinbekomme. 

Was gibt Dir Hoffnung, dass der Klassenerhalt gelingt?

Andreas Palicka: Es gibt für Erfolg keine Zauberei oder magische Formeln. Die Wahrheit ist: Es geht nur über harte Arbeit und das Verständnis dafür, dass wir hart arbeiten müssen. Ich habe aber das Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das Training am Dienstag war zum Beispiel das beste Training, seit ich hier bin. Da war viel Ehrgeiz, viel Mut dabei und viele Spieler haben sich nach den Gesprächen zuvor aus ihrer Schale herausbewegt. Das ist das ganze Geheimnis. Natürlich prasselt viel auf die Spieler ein. Überall hören sie, dass sie nur drei Spiele bislang gewonnen und zwei Mal unentschieden gespielt haben. Wie soll sich da Selbstvertrauen entwickeln? Jetzt geht es nach Minden. Viele sagen, dass nun dort auf jeden Fall gewonnen werden muss. Aber lass uns doch einmal anders auf dieses Spiel schauen. In der Hinrunde hat die Mannschaft Minden förmlich aus der Halle geworfen und den höchsten Sieg in dieser Saison eingefahren. Lasst uns doch daraus den Mut für Samstag ziehen. Keine Angst davor haben, was eventuell passieren könnte, sondern alles daransetzten, dass wir – so wie in dem Duell in der Hinrunde – alle Spieler dazu bringen, das Beste aus sich herauszuholen.

Die Crux ist ja, dass in der Mannschaft genügend individuelles Potenzial steckt. Jeder Spieler hat alleine in den vier Partien, in denen Du mitgewirkt hast, mindestens in einer Begegnung vollends überzeugt. Wie bekommt man mehr Konstanz hinein?

Andreas Palicka: Für die vier Spiele, in denen ich jetzt dabei war, kann ich das bestätigen. Die Grundlage für Erfolg ist aber immer eine gute Mannschaftsleistung. Es ist egal, wer die Tore wirft. Vielleicht war es bislang das Problem, dass manche Spieler sich etwas zurückgelehnt haben, wenn es bei einem Mitspieler gut lief. Aber wir brauchen alle, um in einen guten Spielfluss zu kommen, um Bälle zu gewinnen, um Torwartparaden zu haben. Wenn wir das gemeinsam erreichen, geht vieles auf dem Feld einfacher. 

Nach dem Spiel in Minden kommt eine Länderspielpause. Wie wird es für Dich sein, die Nationalmannschaft erstmals nach Deinem Rücktritt im Januar nur als Zuschauer zu verfolgen?

Andreas Palicka: Das war eine große Entscheidung für mich, weil ich 17 Jahre lang für die Nationalmannschaft gespielt habe. Es war ein langer Prozess. Ich habe über ein Jahr darüber nachgedacht und mit vielen Menschen in meinem Umfeld gesprochen. Ich glaube, dass es der richtige Zeitpunkt war. Ich hatte seit der EM aber gar nicht die Zeit, diese Gefühle richtig zu verarbeiten. Von daher wird es vielleicht komisch sein, nur noch zuzuschauen, aber es wird erst richtig emotional, wenn man ein großes Turnier vom Sofa aus verfolgt. Vor allem, weil die nächste WM wieder in Deutschland stattfindet. Deutschland ist einfach unglaublich, wenn es um Handball-Veranstaltungen geht. Die Hallen sind voll, die Atmosphäre ist fantastisch. In dieser Hinsicht macht Deutschland wirklich vieles richtig. Ich erinnere mich an die EM 2024, als wir in der Vorrunde in Mannheim gespielt hatten und die Arena einfach voll war. Das war unglaublich.

Kannst Du Dir vorstellen, irgendwann als TV-Experte zu arbeiten?

Andreas Palicka: Ich weiß nicht, ob ich dafür geeignet bin. Du siehst ja, dass ich sehr ausführlich antworte (lacht). Ich weiß nicht, was ich in Zukunft machen werden. Auf jeden Fall werde ich weiterhin mit der Nationalmannschaft verbunden bleiben. Ich habe 17 Jahre für Schweden gespielt und war Kapitän. Deshalb weiß ich, dass die Trainer und Verantwortlichen mich kontaktieren und mich fragen werden. Sicherlich zu ganz allgemeinen Themen, aber vor allem über die Torhüter. Das ist für mich selbstverständlich, dass ich dann mit Rat und Tat zur Seite stehe. Der schwedische Handball bedeutet mir sehr viel, und ich möchte meine Erfahrungen gerne weitergeben.

Zur Person
Andreas Palicka ist seit mehr als 20 Jahren Handball-Profi. Der 39-Jährige begann seine Karriere beim Göteborger Klub Redbergslids IK. Anschließend spielte er unter anderem für den THW Kiel, die Rhein-Neckar Löwen und Paris Saint-Germain. Der zweifache Familienvater unterschrieb am 13. Februar bei der HSG Wetzlar einen Vertrag bis zum Saisonende. Ab Sommer steht Palicka bei den Füchsen Berlin zwischen den Pfosten. In seiner Karriere gewann der Torhüter sieben Mal die deutsche Meisterschaft und fünf Mal den DHB-Pokal. Auch international feierte er große Erfolge: In der Champions League triumphierte er zweimal. Mit der Nationalmannschaft wurde Palicka 2022 Europameister, gewann bei der EM 2018 und der WM 2021 jeweils Silber und belegte bei der EM 2024 den dritten Platz.

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