Die Mittelhessen brauchen im Duell beim direkten Konkurrenten die Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.
Für die HSG Wetzlar steht am Samstagabend eine richtungsweisende Partie im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga an. Die Mittelhessen treten um 19 Uhr beim Aufsteiger GWD Minden an. Während die Ostwestfalen mit 12:36 Punkten auf Rang 16 stehen und damit aktuell über dem Strich liegen, reist Wetzlar als Tabellenletzter mit vier Zählern Rückstand zum direkten Konkurrenten. Mit einem Sieg wollen die Grün-Weißen den Anschluss an das rettende Ufer herstellen.
Die aktuelle Lage der HSG Wetzlar
Die Enttäuschung nach dem Hessen-Derby am Sonntag zu Hause gegen die MT Melsungen (32:38) war im Wetzlarer Lager groß. Vor allem die Art und Weise der Niederlage sorgte für Frust. Trainer Rúnar Sigtryggsson zeigte sich auch Tage später noch unzufrieden. „Wir hatten uns viel vorgenommen und hatten auch im Vorfeld ein gutes Gefühl, haben aber leider nie unsere Leistung abgerufen. Das war ein Nackenschlag.“
Insbesondere in der Defensive fand die HSG Wetzlar kaum Zugriff. Melsungen erzielte 32 Treffer aus dem Positionsangriff. Das ist ein klarer Beleg dafür, dass die Grün-Weißen ihren Kontrahenten zu viel Raum ließen.
In dieser Woche lag der Trainingsfokus daher klar auf der Stabilisierung der Defensive. Die Mannschaft arbeitete intensiv daran, wieder kompakter und aggressiver zu verteidigen. Die Eindrücke aus den Einheiten stimmen die Verantwortlichen optimistisch. „Wir müssen das, was wir in der Trainingshalle in Dutenhofen zeigen, auch nach Wetzlar oder jetzt am Samstag nach Minden transportieren“, sagt Michael Allendorf, der Geschäftsführer Sport, und ergänzt: „Wir haben den Glauben bei weitem noch nicht verloren.“
Der Gegner GWD Minden
GWD Minden spielt als Aufsteiger bislang eine bemerkenswert stabile Saison. Trotz größerer Verletzungssorgen zu Beginn der Spielzeit überstanden die Ostwestfalen diese Phase gut und sammelten immer wieder wichtige Punkte. Dazu gehörten unter anderem ein Heimsieg gegen Hannover sowie Unentschieden in letzter Sekunde in Hannover und Göppingen.
Seit Februar kann GWD wieder in der modernisierten Kampa-Halle spielen. Wegen Umbauarbeiten hatte der Klub zuvor fast drei Jahre lang seine Heimspiele im rund 25 Kilometer entfernten Lübbecke austragen müssen. Die Rückkehr in das eigene „Wohnzimmer“ verlieh dem zweifachen deutschen Meister (1971, 1977) zusätzlichen Auftrieb.
Im Angriff setzt Minden stark auf sein Rückraumspiel. Regisseur ist der ehemalige HSG-Spieler Ian Weber, der das Spiel lenkt und zugleich selbst torgefährlich ist. In der Abwehr verteidigt Minden meist in einer körperlich robusten 6:0-Formation. Dahinter steht mit Malte Semisch ein starker Rückhalt im Tor. Der 2,08 Meter große Keeper hielt in dieser Saison bereits mehrfach wichtige Punkte für sein Team fest.
Die personelle Situation der HSG Wetzlar
Personell kann die HSG Wetzlar nahezu aus dem Vollen schöpfen. Bis auf den langzeitverletzten Lion Zacharias, der weiterhin ausfällt, stehen Sigtryggsson alle Spieler zur Verfügung.
Das sagt Trainer Rúnar Sigtryggsson
„Uns allen ist bewusst, dass die Leistung beim Spiel gegen die MT Melsungen nicht akzeptabel war. Ich bin mir sicher, dass wir uns in Minden anders präsentieren. Wir haben in dieser Woche natürlich sehr viel Wert auf die Abwehrarbeit gelegt. Aber wir dürfen auch die anderen Themen nicht vernachlässigen.“
So kann man die Partie sehen
Der Streamingdienst Dyn überträgt die Partie am Samstag live und auf Abruf ab 18.45 Uhr aus der Kampa-Halle. Kommentiert wird das Spiel von Lukas Brachat. Hier kann man die Übertragung buchen: https://www.dyn.sport/event/GWD_Minden_HSG_Wetzlar_100731


