Die Wildcats des SV UNION Halle-Neustadt haben im wichtigen Playoff-Heimspiel gegen den Buxtehuder SV eine schmerzhafte 24:28 (14:11)-Niederlage hinnehmen müssen. Vor 929 Zuschauerinnen und Zuschauern in der SWH.arena zeigte die Mannschaft von Ines Seidler vor allem in der ersten Halbzeit eine leidenschaftliche und mutige Vorstellung, verlor nach dem Seitenwechsel jedoch zunehmend den Rhythmus und musste sich am Ende einem effektiven Buxtehuder Team geschlagen geben. Bereits vor dem Anwurf sorgte eine emotionale Aktion für besondere Momente. Passend zum Muttertag liefen die Wildcats gemeinsam mit ihren Müttern ein – ein bewegender Augenblick, der von den Fans in der SWH.arena mit viel Applaus begleitet wurde. Sportlich erwischte Halle-Neustadt anschließend jedoch zunächst einen schwierigen Start.
Schwieriger Beginn – Gruber bringt die Wildcats zurück ins Spiel
Die Gäste aus Niedersachsen fanden deutlich besser in die Partie. Johanna Andresen traf doppelt früh für den BSV, Isabelle Dölle und Teresa von Prittwitz erhöhten schnell auf 1:4 aus Sicht der Gastgeberinnen. Zu diesem Zeitpunkt wirkten die Wildcats nervös und fanden offensiv kaum Lösungen gegen die aggressive Deckung der Gäste. Doch die Reaktion der Wildcats folgte eindrucksvoll. Angeführt von einer starken Lea Gruber kämpfte sich Halle-Neustadt zurück. Gruber traf innerhalb weniger Sekunden zum 2:4 und 3:4, ehe Emma Hertha und Fabienne Büch die Partie komplett drehten. Mit viel Tempo über die erste und zweite Welle entwickelte Halle-Neustadt nun genau das Spiel, das sich Trainerin Ines Seidler vorgestellt hatte.
Vor allem Emma Hertha setzte immer wieder wichtige Akzente und traf in dieser Phase zum 4:4 sowie später zum 6:4. Fabienne Büch übernahm Verantwortung von der Siebenmeterlinie und aus dem Rückraum, während Tabea Wipper und Cara Reuthal wichtige Treffer nachlegten. Die offensive Deckungsvariante der Gäste bereitete Halle-Neustadt zwar phasenweise Probleme, dennoch fanden die Wildcats in der ersten Halbzeit immer wieder gute Lösungen im Tempospiel. Auch defensiv arbeiteten die Gastgeberinnen intensiv. Zwar musste Madeleine Östlund früh eine Verwarnung hinnehmen und später ebenso wie Lea Gruber und Tina Wagenlader Zeitstrafen akzeptieren, dennoch blieb Halle-Neustadt stabil genug, um die Führung zu behaupten. Kurz vor der Pause erhöhte Cara Reuthal auf 14:10, ehe Lilli Frey mit dem letzten Treffer des ersten Durchgangs auf 14:11 verkürzte. Die Wildcats gingen mit einer verdienten Führung in die Kabine und hatten das Publikum zu diesem Zeitpunkt voll hinter sich.
Buxtehude stellt um – Wildcats verlieren den Faden
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild der Partie zunehmend. Zwar eröffnete Madeleine Östlund die zweite Hälfte mit dem 15:11, doch Buxtehude stellte nun offensiv um und agierte immer häufiger mit einer siebten Feldspielerin. Die Wildcats verteidigten diese Variante zunächst ordentlich. Immer wieder gelang es der Defensive, die Räume eng zu machen und klare Abschlüsse zu verhindern. Im eigenen Angriff verlor Halle-Neustadt jedoch zunehmend die Sicherheit. Das Spiel der Gastgeberinnen wirkte plötzlich gehemmt und nervös. Mutige Aktionen aus der ersten Halbzeit wurden seltener, technische Fehler häuften sich und gute Abschlussmöglichkeiten blieben ungenutzt.
Buxtehude nutzte diese Phase konsequent aus. Über Anika Hampel, Isabelle Dölle und Amelie Gabriel kämpften sich die Gäste Tor um Tor zurück. Beim 16:16 durch Gabriel war die Partie erstmals wieder ausgeglichen. Nur wenig später brachte Isabelle Dölle den BSV in der 41. Minute erstmals seit der Anfangsphase wieder in Führung. Besonders bitter aus Sicht der Wildcats: Trotz eines breiten Kaders gelang es nicht, noch einmal neue Impulse zu setzen. Halle-Neustadt wirkte zunehmend verunsichert, während Buxtehude deutlich konsequenter auftrat. Anika Hampel übernahm Verantwortung und verwandelte insgesamt sechs von sieben Siebenmetern sicher. Zwar stemmten sich die Wildcats in der Schlussphase noch einmal gegen die Niederlage. Fabienne Büch traf mehrfach vom Punkt, Lynn Molenaar erzielte wichtige Tore und Lea Gruber verkürzte in der 55. Minute noch einmal auf 23:24. Doch immer wenn Halle-Neustadt die Chance auf den Ausgleich hatte, fand Buxtehude die passende Antwort. Cara Reuthal brachte die Wildcats knapp drei Minuten vor dem Ende noch einmal auf 24:25 heran, doch anschließend sorgten Lilli Frey, erneut Anika Hampel per Siebenmeter und schließlich Maja Schönefeld mit dem letzten Treffer der Partie für die Entscheidung zugunsten der Gäste.
Ernüchterung nach dem Schlusspfiff – Fokus richtet sich auf mögliche Relegation
Entsprechend groß war die Enttäuschung nach dem Abpfiff auf Seiten der Wildcats. Trainerin Ines Seidler sprach offen über die Situation und ordnete die Niederlage selbstkritisch ein:
„Wir müssen jetzt auf die Relegation schauen. Auch wenn wir rechnerisch noch sechs Punkte holen könnten, ist das eher eine theoretische Chance geworden, die Relegation noch zu vermeiden. Der Sieg für Buxtehude geht absolut in Ordnung. Wir waren in der zweiten Halbzeit viel zu verängstigt und uns ist offensiv kaum noch etwas gelungen.“ Damit ist der direkte Klassenerhalt für die Wildcats wohl nur noch theoretisch erreichbar. Der Blick richtet sich deshalb zunehmend auf die mögliche Relegation gegen den Tabellenzweiten der 2. Handball Bundesliga Frauen. In dieser Entscheidungsrunde würde zunächst der Erstligist zuhause antreten, ehe das Rückspiel und damit der entscheidende Heimvorteil beim Zweitligisten liegen würden.
Die erfolgreichsten Werferinnen der Wildcats waren Fabienne Büch mit sechs Treffern, Lea Gruber mit vier Toren sowie Emma Hertha, Tabea Wipper, Cara Reuthal und Madeleine Östlund mit jeweils drei Treffern. Lynn Molenaar steuerte zwei wichtige Treffer bei. Für Buxtehude überzeugten vor allem Anika Hampel mit acht Toren sowie Johanna Andresen mit fünf Treffern. Für die Wildcats bleibt nun nur wenig Zeit, die Niederlage aufzuarbeiten. Bereits am kommenden Wochenende wartet mit dem Auswärtsspiel bei FRISCH AUF Göppingen die nächste schwere Aufgabe in den Playoffs. Trotz der schwierigen Ausgangslage will die Mannschaft weiterhin alles investieren, um sich bestmöglich auf die verbleibenden Spiele und eine mögliche Relegation vorzubereiten.
Mit Eurem Unternehmen den Handball unterstützen?
Jetzt Sponsor werden



