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TUSSIES wahren Chance auf Europa

von TuS Metzingen
23. Mai 2026
in 1. Bundesliga Frauen
TUSSIES wahren Chance auf Europa

TuS Metzingen 25/26 - Foto: TuS Metzingen/HBF

Lutolli mit Bundesligadebüt – dritter Saisonsieg gegen Oldenburg

Nach einer intensiven Begegnung haben die TUSSIES ihr vorletztes Saisonspiel beim Tabellennachbarn in Oldenburg gewonnen und halten somit die Spannung um Platz fünf, und damit die Chance in der kommenden Runde international zu spielen, am Leben. Erfolgreichste TUSSIES-Torschützin beim 34:36 Auswärtssieg, war Selina Lindemann – trotz Platzverweis in der 39. Minute – mit acht Treffern.

Oldenburg/Metzingen. Die Ausgangssituation war klar. Wenn die TUSSIES sich die Chance auf Rang fünf erhalten wollen, musste zwingend ein Sieg in der Fremde her und so starteten die Metzingerinnen vom Anpfiff weg angriffslustig in die Partie.

Charlotte Cholevová nutzte bereits den ersten Angriff zur Führung. Der VfL begegnete den TUSSIES anschließend sofort mit einer siebten Feldspielerin, ein Überraschungsmoment, auf welchen Miriam Hirsch ihr Team jedoch im Vorfeld eingestellt hatte. So gelang Carolin Hübner in der dritten Minute auch der erste Treffer ins verwaiste Oldenburger Gehäuse und kurz darauf wiederholte dies Ida Petzold. Es stand schnell 2:4 und auch beim fünften Metzinger Treffer flog das Spielgerät ins leere Tor 3:5 (7.).

In Oldenburgs Angriff waren in der Anfangsphase ungewohnte Fehler auszumachen, was die TUSSIES zu nutzen wussten. Gabriela Bitolo stellte beim 3:7 erstmals auf Plus vier und Niels Bötel der im Vorfeld der Partie die Favoritenrolle Richtung Metzingen geschoben hatte – bat zur ersten außerplanmäßigen Besprechung.

Die Folgeminuten waren von kurzweiligen Angriffen auf beiden Seiten geprägt und auch wenn die Huntestädterinnen zeitweise verkürzen konnten, so hieß es nach 14 Minuten 7:11. Dabei steuerten die beiden Außen, Sabrina Tröster und Selina Lindemann, bereits sechs Tore zu diesem Zwischenergebnis bei. Auch Sára Suba zeigte vermehrt ihr Können und brachte es allein im 1. Abschnitt auf 9 Paraden. Einzig vom 7-Meter-Strich fanden sie und Marie Weiss kein Mittel gegen Joanna Granicka, von welchem diese insgesamt sieben Mal erfolgreich war.

Als Sabrina Tröster in der 20. Minute beim Stand von 10:14 die erste Zeitstrafe der Partie kassierte, kam Ermira Lutolli zu ihrem Bundesligadebüt. Zeitweise erarbeiteten sich die TUSSIES danach einen Vorsprung von fünf Toren, doch dieser sollte zum Ende des ersten Abschnitts wieder schmelzen.

Beim Stand von 15:18 nahm Miriam Hirsch 110 Sekunden vor dem Wechsel ihr erstes Team-Time-out. Doch konnte Oldenburg anschließend entscheidend verkürzen und so ging es mit 17:18 in die Kabinen.

Metzingen startete nach einer Zeitstrafe gegen Santina Sabatnig in Unterzahl in den zweiten Abschnitt und so kam Oldenburg nach eigenem Anwurf per 7-Meter zum Ausgleich. Dies bedeutete gleichzeitig einen 5:0-Lauf für das Bötel-Team, den erst Bitolo mit der erneuten Metzinger Führung stoppen konnte. Mit zwei Strafwurftreffern in Folge brachte Selina Lindemann die Pink Ladies wenig später wieder in Führung.

Bitter war allerdings, dass Lindemann kurz darauf – nach bereits acht erzielten Treffern – bei einer unglücklichen Abwehraktion mit einer roten Karte bedacht wurde (39.). Oldenburg nutzte die Überzahl und erneut war es Granicka per Strafwurf die auf 23:23 stellte.

Die Partie drohte anschließend endgültig zu kippen. Metzingen leistete sich zu viele Fehler im Angriffsspiel, hinzu kam Pfostenpech und auch, dass das Torhüter-Momentum in dieser Phase bei den Huntestädterinnen lag. Allerdings vermochte es der VfL nicht, daraus zählbares Kapital zu schlagen und leistete sich selbst gleich reihenweise Turn-Overs.

So brachte Bitolo per Strafwurf die Ermstälerinnen wieder in Führung, Klara Schlegel erhöhte auf 26:28 und Geburtstagskind Svenja Hübner fügte das 26:29 an. Dieser 5:0-Lauf veranlasste Niels Bötel zur nächsten Auszeit.

Nach einer längeren Unterbrechung aufgrund technischer Probleme mit der Hallenuhr ging es in die letzten neun Minuten. Metzingen konnte den Vorsprung bis zur 55. Minute halten, ehe erneut Granicka per Strafwurf beim 31:31 wieder alles auf Anfang stellte.

Hochspannung also in der Crunchtime, in welcher Klara Schlegel und Ida Petzold für die Pink Ladies vorlegten und spätestens als Sára Suba 90 Sekunden vor Ende parierte und Petzold mit ihrem siebten Treffer auf der Gegenseite traf, war die Messe beim 32:35 endgültig gelesen. Miriam Hirsch drückte kurz vor Schluss nochmals auf den Buzzer, Oldenburg kam mit einer äußerst offensiven Deckung auf das Feld zurück und Katharina Goldammer packte endgültig den Deckel auf den Auswärtssieg.

Am Ende trennten sich die Kontrahenten mit 34:36 und vertagten somit die Entscheidung um Platz fünf – der zur Teilnahme am Europäischen Wettbewerb berechtigt sowie einen Startplatz im Viertelfinale des DHB-Pokals mit Heimrecht einbringt – auf den letzten Spieltag.

Metzingens Cheftrainerin Miriam Hirsch sagte nach dem Spiel: „Auch wenn wir uns das Leben teilweise selbst schwer gemacht haben, so bin ich sehr stolz auf mein Team. Wir haben mit mannschaftlicher Geschlossenheit auf die rote Karte für Selina reagiert und sind als Einheit zusammengerückt. In der zweiten Halbzeit hatten wir nicht mehr das Deckungsverhalten, das ich mir wünsche, aber am Ende steht der dritte Sieg gegen Oldenburg in dieser Saison“, so Hirsch.

Für die TUSSIES steht nun ein weiteres „Finale“ am letzten Spieltag auf dem Programm. Dabei empfangen die Pink Ladies in der Paul Horn-Arena am kommenden Samstag um 15:00 Uhr den SV Union Halle-Neustadt. Ein Sieg ist Pflicht um den VfL Oldenburg maximal unter Druck zu setzen, der erst um 19:30 Uhr bei der Sport-Union Neckarsulm gastiert und – einen Sieg der TUSSIES vorausgesetzt – noch mindestens einen Punkt benötigt, um vor den Ermstälerinnen über die Ziellinie zu gehen.

Es ist also angerichtet und die TUSSIES bauen auf die volle Unterstützung der Anhänger beim letzten Saisonspiel, wenn es noch um ganz viel geht!

Tickets für das letzte Play Off Spiel am 30.05.2026 um 15:00 Uhr in der Paul Horn-Arena sind unter www.handball-tussies.com erhältlich.

Endergebnis: VfL Oldenburg – TUSSIES 34:36 (17:18)

VfL Oldenburg: Humpert, Winters (beide Tor), Borutta (5), Teiken (1), Reinemann (10), Genz, Janssen, Martens (2), Steffen (2), Oetjen, Granicka (7/7), Röppke, Golla (2), Behrend (5), Fragge

TUSSIES: Weiss, Suba (beide Tor) – Lindemann (8/3), Tröster (3), Petzold (7), Klein, Franz (3), Schlegel (3), Goldammer (1), Sabatnig, Demmel, Bitolo (5/1), Lutolli, S. Hübner (2), C. Hübner (2), Cholevová (2)

Siebenmeter: 7/8 – 4/4 Zeitstrafen: 1 – 4

Rote Karte: Lindemann (TUSSIES)

Trainer: Niels Bötel – Miriam Hirsch

Schiedsrichter: Julian Fedtke und Niels Wienrich

Zuschauer: 2.067

Das letzte Spiel der Saison für die TUSSIES 30.05.2026 / 15:00 Uhr TUSSIES – SV Union Halle Neustadt (Paul Horn-Arena Tübingen)

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