Im letzten Spiel vor der WM-Pause gastierten die Tussies aus Metzingen beim Thüringer HC. Dabei kam es für die Ermstälerinnen zu einem Wiedersehen mit Jana Scheib, die noch bis Ende der vergangenen Saison das Trikot der Pink Ladies trug. Der THC gewann das Duell der Tabellennachbarn mit 39:34 (19:12). Beste Werferin ihrer Mannschaften waren Csenge Kuczora mit 9 Toren und Gabriela Bitolo mit 11 Toren.
Trotz erheblicher Personalsorgen präsentierte sich der Thüringer HC von Beginn an fokussiert. Trainer Herbert Müller musste gleich auf vier Stammkräfte verzichten und reaktivierte mit Lydia Jakubisova das 44-jährige THC-Urgestein für den rechten Flügel. Besonders der Ausfall von Topscorerin Johanna Reichert machte sich im Rückraum bemerkbar und erforderte Anpassungen im Angriffsspiel. Die Gastgeberinnen versuchten früh, über die Außenpositionen Druck zu erzeugen. Auf der Gegenseite sah sich Tussies-Trainerin Miriam Hirsch bereits in der 5. Minute beim Stand von 4:1 gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Der THC agierte bis dahin kompakt in der Abwehr und fand offensiv immer wieder Lücken, ließ jedoch durch technische Fehler und einfache Ballverluste gute Gelegenheiten ungenutzt. Die Gäste dagegen scheiterten mehrfach an der stark reagierenden THC-Torhüterin Laura Kuske, die ihrem Team wichtige Stabilität verlieh. In der 20. Minute setzte sich der Thüringer HC nach einem Drei-Tore-Lauf erstmals deutlicher ab und führte mit fünf Treffern. Diesen Vorsprung baute die Müller-Sieben bis zur Halbzeit konsequent auf 19:12 aus.
Der zweite Durchgang begann mit hohem Tempo auf beiden Seiten. Beide Teams kamen schwungvoll aus der Kabine und erhöhten den Druck im Angriff. In der 38. Minute führten die intensiven Zweikämpfe zu den ersten Zeitstrafen des Spiels, das bis dahin äußerst fair verlaufen war. Beim Zwischenstand von 27:20 nach vierzig Minuten verteidigte der Thüringer HC seinen Vorsprung souverän. Die Mannschaft fand immer wieder Antworten auf die Offensivbemühungen der Tussies und variierte ihre Angriffe clever. Auch defensiv zeigte sich der THC zunehmend stabiler, was Trainer Herbert Müller die Möglichkeit gab, verstärkt durchzuwechseln und weiteren Spielerinnen Einsatzzeiten zu geben. Am Ausgang der Partie bestanden jedoch keine Zweifel mehr. Die Gastgeberinnen kontrollierten das Geschehen bis zum Schluss und fuhren einen ungefährdeten Heimsieg ein. Mit dem 39:34-Erfolg knüpfte der Thüringer HC wertvollen Kontakt zur Playoff-Gruppe und setzte ein starkes Ausrufezeichen trotz schwieriger personeller Voraussetzungen.
Statistik:
Thüringer HC: Christina Lövgren Hallberg, Laura Kuske, Sharon Nooitmeer, Lotta Heider 5, Julie Holm 3, Anika Niederwieser, Jana Scheib 4, Luca Farago 3, Rikke Hoffbeck Petersen 4, Natsuki Aizawa 6, Kim Ott, Anna Szabo 5, Lydia Jakubisova, Dilayla Alarslan, Csenge Kuczora 9
TuS Metzingen: Marie Weiss, Sara Suba, Selina Lindemann 4, Sabrina Tröster 3, Ida Petzold, Naina Klein 4, Nele Franz 1, Klara Schlegel, Santina Sabatnig 2, Svenja Demmel, Gabriela Bitolo 11, Marie Stumpf, Svenja Hübner 4, Lois van Vliet, Carolin Hübner 1, Charlotte Cholevova 4
Strafwürfe: 3/4 – 4/5
Zeitstrafen: 2 – 2
Zuschauer: 1250
Schiedsrichter: Fabian Friedel, Rick Herrmann
Bericht: Falk Freytag & Lena Leißring



