Erstmals wird in der Saison 2024/25 der Deutsche Meister in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) im Play-Off-Modus ermittelt. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen gibt es hier zusammengefasst:
Wie funktioniert der Play-Off-Modus?
Die 12 Teams der Handball Bundesliga Frauen wurden nach der Hauptrunde geteilt. Die Teams, welche die Hauptrunde auf den Plätzen 1 bis 8 abgeschlossen haben, spielen in den Play-Offs um die Deutsche Meisterschaft. Die Mannschaften auf den Rängen 9 bis 12 kämpfen in den Play-Downs um den Klassenerhalt.
Grundlegend gilt in Play-Offs und Play-Downs das Prinzip „Best-of-3“ – das heißt, dass eine Serie von dem Team gewonnen wird, welches zwei Spiele innerhalb der Serie gewinnt. Im Gegensatz zu den europäischen Wettbewerben spielt die Tordifferenz hierbei keine Rolle – ein Sieg zählt als Sieg, egal in welcher Höhe. Sollte ein Team bereits nach zwei Spielen die erforderlichen zwei Siege geholt haben, entfällt das dritte Spiel der Serie.
Die Play-Offs erstrecken sich über Viertelfinale und Halbfinale, bevor es in der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft geht. In den Play-Downs können zwei Teams bereits nach den Halbfinal-Serien über den Klassenerhalt jubeln – die beiden Verlierer müssen in die Play-Down-Finalserie und spielen dort einen Absteiger in die 2. Bundesliga aus.
Werden Platz 3 und 5 ausgespielt?
Ja – die Verlierer der beiden Play-Off-Halbfinalserien spielen in einem einzelnen Spiel den dritten Platz aus.
Die Verlierer der Viertelfinal-Serien treffen in einer gesonderten Runde um Platz 5 aufeinander, die im Gegensatz zu Play-Offs und Play-Downs nicht als „Best-of-3“, sondern als einzelne Spiele ausgespielt werden. Hier treffen in den Halbfinals die Verlierer aus Viertelfinale 1 und 2 bzw. 3 und 4 aufeinander. Die Sieger dieser Halbfinals rücken in das Spiel um Platz 5 vor. Dem Sieger dieses Spiels winkt ein Platz im DHB-Pokal-Viertelfinale der Folgesaison – in diesem Viertelfinale hat das Team zudem ein Heimspiel und ist somit nur noch einen Schritt vom Final4 entfernt.
Was passiert, wenn es in einem Spiel nach 60 Minuten unentschieden steht?
In jedem Spiel im Play-Off-System muss ein Sieger gefunden werden – deswegen gibt es kein Unentschieden mehr.
Sollte nach 60 Minuten in einem Spiel noch kein Sieger feststehen, geht das Spiel gemäß den Internationalen Handballregeln in eine Verlängerung von 2 x 5 Minuten. Sollte dann immer noch keine Entscheidung gefallen sein, wird eine zweite Verlängerung von 2 x 5 Minuten gespielt. Wenn dann immer noch kein Sieger ermittelt ist, geht die Partie ins Siebenmeterwerfen.
Wie sieht es mit dem Heimvorteil aus?
Innerhalb einer Serie genießt ein Team den Heimvorteil und darf das erste Spiel sowie falls notwendig das entscheidende dritte Spiel ausrichten.
In den Play-Off-Viertelfinals richtet sich die Verteilung des Heimvorteils nach der Hauptrundenplatzierung – die jeweils besserplatzierte Mannschaft hält den Heimvorteil. In den anschließenden Runden (Halbfinale und Finale) ist der Heimvorteil an die Partien der vorherigen Runde gebunden – so hält zum Beispiel der Sieger von Viertelfinale 1 (1. gegen 8.) den Heimvorteil gegenüber Viertelfinale 2 (4. gegen 5.).
Dies bedeutet ebenfalls, dass eine niedrigplatzierte Mannschaft den Heimvorteil der höherplatzierten Mannschaft erobern kann. Würde zum Beispiel der 8. im Viertelfinale den 1. besiegen, erobert der dessen Heimvorteil für die folgenden Runden.
Auch in den Play-Down-Halbfinals entscheidet die Hauptrundenplatzierung über den Heimvorteil. Im Gegensatz zu den Play-Offs ist der Heimvorteil in der abschließenden Finalserie nicht an die Partien gebunden, sondern ergibt sich ebenfalls aus der Hauptrundenplatzierung. Hier hält die Mannschaft mit der besseren Platzierung den Heimvorteil.
In den Runden, welche statt im „Best-of-3“-Modus in einzelnen Spielen ausgerichtet werden (Spiel um Platz 3, Runde um Platz 5) richtet jeweils die Mannschaft mit der besseren Hauptrundenplatzierung das Spiel aus.
Wer qualifiziert sich für die europäischen Wettbewerbe?
Auch in der Saison 2025/26 hält die Handball Bundesliga Frauen fünf feste Startplätze in den europäischen Vereinswettbewerben – einen Platz in der EHF Champions League sowie vier Plätze in der EHF European League.
Zum jetzigen Zeitpunkt haben zwei Clubs bereits die Qualifikation für die EHF European League sicher. Als DHB-Pokalsieger hält die HB Ludwigsburg ein Startrecht, ebenso hätte der Abschluss der Hauptrunde auf dem 1. Platz dafür qualifiziert. Borussia Dortmund kann als Hauptrundenzweiter ebenfalls schon mindestens für die EHF European League planen.
Der Startplatz in der EHF Champions League geht an den Deutschen Meister, der diesen Titel in der Finalserie der Play-Offs erringt. Die in der Finalserie unterlegene Mannschaft kann sich jedoch über einen Startplatz in der EHF European League freuen.
In Fällen von Überschneidungen geht das Startrecht in der EHF European League an die jeweils nächstplatzierte Mannschaft gemäß Play-Off-Ranking über. Einzige Ausnahme ist das aus dem DHB-Pokal hervorgehende Startrecht für die EHF European League – sollte die HB Ludwigsburg als DHB-Pokalsieger ebenfalls den Meistertitel erringen und in der Champions League spielen, geht das Startrecht an den Vizepokalsieger aus Blomberg über.



